Karrierenews KW 45: KI, Gehalt, Branchenwechsel – wo jetzt deine Chancen liegen
Shownotes
- KI-Nutzung am Arbeitsplatz, DIW-Wochenbericht 45/2026: diw.de
- Arbeitskosten im Jahr 2024 und regionale Unterschiede: destatis.de
- Vorläufige Inflationsrate im Oktober 2026: destatis.de
- Tarifrunde 2027: Für 7,5 Millionen Beschäftigte laufen Vergütungstarifverträge aus: boeckler.de
- Bedeutung des Branchenwechsels für die Pharmaindustrie: iwkoeln.de
- Babyboomer: Nur 37 Prozent gehen regulär in den Ruhestand: iwkoeln.de
- Ausländische Auszubildende halten Ausbildung auf stabilem Niveau: iwkoeln.de
- Anteil der Führungskräfte in Deutschland: destatis.de
- Städteranking 2026 mit neuem KI-Index: iwkoeln.de
- IT-Sicherheit: Deutscher Markt wächst zweistellig: bitkom.org
- KI-Boom treibt Rechenzentren in Deutschland: bitkom.org
Mehr Karrierewissen im Karrieremagazin von stellenmarkt.de.
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00:00:00: Herzlich willkommen zu den Karriere-News der Kalenderwoche fortyfünf im Karrieremagazin von Stellenmarkt.de.
00:00:20: Mein Name ist Christian und ich habe für euch wieder zusammengetragen was in den vergangenen sieben Tagen rund um Gehalt, Bewerbung, Berufsleben und Karrieren passiert ist.
00:00:29: Der Arbeitsmarkt zeigt sich in diesem Spätherbs von zwei sehr unterschiedlichen Seiten.
00:00:33: Wir beginnen heute mit einer interessanten Zahl, die zeigt das für deinen nächsten Karriere Schritt die eigene Branche vielleicht gar nicht so wichtig ist.
00:00:43: Danach schauen wir uns an warum dein Wohnort plötzlich über zehn Euro Unterschied beim Stundenlohn ausmachen kann.
00:00:50: Sprechen außerdem über die digitale Kluft bei der KI Nutzung um Baby Boomer, die in großen Zahlen früher in Rente gehen und wir werfen einen Blick auf die Städte in denen gerade die besten Tech-Karrieren entstehen.
00:01:03: Ja und damit lasst uns loslegen!
00:01:06: Und wir fangen heute mit der Frage an, wo eigentlich die Leute herkommen?
00:01:10: Die Unternehmen gerade einstellen.
00:01:12: Wenn du dich bewirbst, denkst du wahrscheinlich zuerst an Jobs in deiner eigenen Branche.
00:01:16: Das ist klar denn dort kennst du dich auch aus.
00:01:18: eine neue Studie zeigt jetzt aber das ist vielleicht gar nicht die beste Strategie.
00:01:23: Das Institut der deutschen Wirtschaft kurz IV hat in einer Machbarkeitsstudie für die Pharmaindustrie analysiert wie sich Personalflüsse verändern und die Ergebnisse sind auf viele andere Branchen übertragbar.
00:01:37: Und sie haben es in sich stolze, neunundsechzig Prozent aller neue Anstellungen in diesen forschungsintensiven Zweigen stammen nämlich aus völlig fremden Wirtschaftszweigen.
00:01:47: das ist eine Steigerung um sechs Prozentpunkte gegenüber dem Jahr, zwei Tausend Dreizehn.
00:01:52: Gleichzeitig sank der Anteil derer die direkt aus derselben Branche rekrutiert werden auf unter vierundzwanzig Prozent.
00:02:00: Die Leute kommen stattdessen aus der Chemie, dem Handel oder der Nahrungs- und Genussmittelindustrie.
00:02:07: Ja das bedeutet dass mehr als Zwei Drittel der neuen Kolleginnen und Kollegen beim Start die eigentliche Branche noch gar nicht in und auswendig kennen.
00:02:16: Durchlässigkeit des Arbeitsmarkts nimmt dagegen deutlich zu.
00:02:19: Ja und warum passiert das?
00:02:20: Die Antwort liegt in den Kompetenzen.
00:02:23: Unternehmen suchen heute oft weniger nach spezifischen Branchenwissen, dass man im Zweifel lernen kann.
00:02:29: sie suchen nach übertragbaren Fähigkeiten Nach Leuten die wissen wie man Projekte steuert Wie man Prozesse digitalisiert wie man Daten analysiert oder Teams hört.
00:02:38: Das sind Methodenkenntnisse die Branchenübergreifen funktionieren.
00:02:43: Für dich habe ich drei konkrete Tipps, wie du das für deine eigene Jobsuche nutzen kannst.
00:02:48: Erstens Übersetze dein Lebenslauf.
00:02:50: Wenn Du die Branche wechseln willst darf Dein Lebenslauf nicht voller interner Fachbegriffe aus deiner alten Welt sein.
00:02:56: Beschreibe Deine Aufgaben so dass sie für Außenstehende den Kern Deiner Arbeit zeigen.
00:03:01: statt zu schreiben verantwortlich für den Betrieb von Produkt X im Dachraum schreibst Du Steuerungen von BtoB Vertriebsprozessen, Neukundengewinnung und Aufbau von Vertriebstrukturen.
00:03:11: Und das versteht man dann auch in anderen Branchen.
00:03:14: Zweitens setze auf deine Anpassungsfähigkeit Wenn im Vorstellungsgespräch die Frage kommt warum du als Branchenfremder auf diese Stelle passt.
00:03:22: betone deinen methodischen Stärken?
00:03:25: Ein gutes Argument ist Die Fachprozesse lerne ich in den ersten Wochen.
00:03:29: Was sich vom ersten Tag an mitbringe, ist meine Erfahrung im Projektmanagement und ein frischer Blick von außen der Betriebsblindheit verhindert.
00:03:37: Ja und drittens, erweitere deinen Suchradius!
00:03:40: Stell dir auf jobportalen wie stellenmarkt.de nicht nur Alerts für bestimmte Branchen ein sondern suche gezielt nach deiner Rolle oder deinen Kernkompetenzen.
00:03:49: Wenn du gut im Account-Management oder in der Datenanalyse bist, bist Das im Maschinenbau genauso wie in einer Werbeagentur oder bei einem Softwaredienstleister.
00:03:59: Trau dich einfach mal aus deiner Bubble herauszutreten!
00:04:04: Zum Thema Gehalt gibt es folgende Meldung, das Statistische Bundesamt hat die neuen Zahlen zu den Arbeitskosten vorgelegt und die zeigen... Wie sehr der deutsche Arbeitsmarkt regional gespalten ist.
00:04:16: im bundesweiten durchschnitt wenden arbeitgeber forty euro zwei und dreißig für eine geleistete arbeitsstunde auf.
00:04:22: davon fließen knapp siebzig prozent direkt in die bruttoverdienste.
00:04:26: Der Rest sind Sozialbeiträge.
00:04:28: Aber dieser Durchschnittswert, der verschleiert ein großes Problem.
00:04:32: In Hamburg kostet eine Arbeitsstunde im Schnitt neunvierzig Euro einundvierzzig in Hessen sind es siebundvierzig Euro dreieinachtzig und am anderen Ende der Skala in Sachsen-Anhalt und Mecklenburg-Vorpommern liegen die Kosten bei knapp über sechsunddreißig Euro.
00:04:47: Ja das ist ein Unterschied von über dreizehn Euro pro Stunde!
00:04:50: Und du kannst das nutzen wenn du in einer strukturschwächeren Region lebst.
00:04:55: Dann schau doch mal gezielt nach Remote-Jobs bei Unternehmen in Regionen mit hohen Stunden setzen.
00:05:01: Dank Homeoffice kannst du für ein Hamburger oder Frankfurter Unternehmen arbeiten und das höhere Gehaltsniveau mitnehmen ohne umziehen zu müssen.
00:05:11: Wenn es im vierten Quartal in die Gehalsgespräche geht, dann musst Du die Inflation auf dem Zettel haben.
00:05:16: Die lag im Oktober zwar voraussichtlich nur noch bei zwei Komma acht Prozent.
00:05:21: Die Kerninflation lag sogar nur bei zwei Kommer eins Prozent aber Der Bereich Haushaltsenergie und Kraftstoffe ist im Vorjahrsvergleich um deutliche zwölf Komma zwei Prozent teurer geworden.
00:05:33: Und das sind Kosten, die du jeden Monat direkt auf dem Konto spüren kannst.
00:05:38: für deine Verhandlungen heißt das mit zwei Prozent Gehalts plus verlierst Du unterm Strich Geld.
00:05:43: Um reelle Kaufkraft Verluste auszugleichen musst du Zuwächse fordern Die deutlich über der Kerninflation liegen.
00:05:51: Bereitet Deine Argumente also gut vor.
00:05:55: Für sieben Komma fünf Millionen Beschäftigte laufen zwischen Dezember, zwei tausend sechsundzwanzig und November.
00:06:00: Zwei Tausend zwanzig die Vergütungsverträge aus.
00:06:04: Und darunter sind Schwergewichte wie das Gebäudereinigungshandwerk mit fast eine halbe Million Beschäftigten Die Post und auch VW und ein kleiner Rückblick der Hilf zur Orientierung.
00:06:15: Zweitausendsechsundzwanzig Erzielten die Tarifparteien im Schnitt Ein Nominales plus von drei Komma eins Prozent.
00:06:21: nach Abzug der Inflation blieb davon also ein Reallohngewinn von nur Nullkommasieben Prozent.
00:06:28: Diese Gut drei Prozent gelten in vielen Betrieben als Orientierungsmarke, wer mehr möchte muss das nicht mit der allgemeinen Wirtschaftslage begründen sondern sollte da die eigene Leistung in den Vordergrundstellen mit Mehrverantwortung oder auch neuen Fähigkeiten.
00:06:46: Zum Thema Bewerbung habe ich dir auch was mitgebracht.
00:06:48: Wenn du dich bewirbst, dann solltest du wissen wo sich der Aufwand lohnt.
00:06:52: Das IFO Beschäftigungsbarometer zeigt eine klare sektorale Aufteilung.
00:06:57: in der Industrie dominiert Zurückhaltung.
00:06:59: dort wurde zuletzt Anfang Nennenswertpersonal aufgebaut, auch im Handel und dem Baugewerbe werden eher Stellen reduziert.
00:07:08: Ganz anders sieht es im Dienstleistungssektor und in der IT aus.
00:07:11: Dort planen Unternehmen gezielte Neueinstellungen.
00:07:14: Auch die Personalüberlassung zieht an, richtet eine Bewerbungsstrategie also am besten danach aus.
00:07:20: Wenn die Industrie nicht einstellt bewirbt dich bei den Dienstleistern, die für die Industrien arbeiten.
00:07:27: KI am Arbeitsplatz beschäftigt uns ja immer.
00:07:30: wieder droht eine neue digitale Spaltung.
00:07:36: Die Nutzung im Büro ist sehr ungleich verteilt, das Deutsche Institut für Wirtschaftsforschung kurz DIW hat das untersucht und das Ergebnis.
00:07:46: bei Beschäftigten mit Hochschulabschluss sehen knapp forty-two Prozent den KI Einsatz positiv.
00:07:52: Bei Menschen ohne Schulabschlus sind es nur zwanzig Prozent.
00:07:55: Frauen nutzen KI seltener als Männer und sind auch skeptischer was die zukünftige Nutzungen angeht.
00:08:01: Etwa die Hälfte aller Befragten plant, KI künftig kaum oder gar nicht zu nutzen und hier droht eine neue Ungleichheit in den Betrieben.
00:08:09: Wer nämlich KI beherrscht arbeitet schneller und sichert seine Beschäftigungsfähigkeit ab.
00:08:14: das gilt zumindest für bestimmte Tätigkeiten.
00:08:17: wer sich dagegen verweigert kann auf der Strecke bleiben und deshalb solltest du nicht warten, bis dein Arbeitgeber eine offizielle Schulung anbietet.
00:08:25: Sondern probiere Tools selbst aus auch zu Hause, lerne Prompts zu schreiben und macht dich unverzichtbar indem du zeigst wie KI deinen speziellen Arbeitsbereich erleichtern kann.
00:08:36: Ja da die Arbeitswelt verliert ihre erfahrensten Leute und das schneller als gedacht.
00:08:41: laut einer Erhebung des Instituts der deutschen Wirtschaft erreichen nur siebenundreißig Prozent Renteneintrittsalter im Job schon im Jahr.
00:08:50: zwei tausend fünfundzwanzig bezogen, eins über Eins Millionen Menschen vorzeitig.
00:08:54: altersrente der wegfall der hinzuverdienst Grenzen.
00:08:58: Der treibt das noch an.
00:08:59: viele ältere kombinieren jetzt nämlich einfach früh Rente mit flexibler Teilzeitung.
00:09:04: Das führt zu einem großen Wissensverlust in den Firmen und für dich als jüngerer Fachkraft ist es gleichzeitig eine große Chance.
00:09:12: Du solltest dich rechtzeitig positionieren und danach fragen, wer die Aufgaben der Kollegin oder des Kollegen übernimmt, die in zwei Jahren gehen.
00:09:21: Und wer hier als Brückenbauer auftritt und das interne Wissen sich hat bereitet seinen nächsten Karriere Schritt dann ziemlich gut vor!
00:09:30: Ja und noch eine positive Zahl zum Thema Demografie – Der Mangel an inländischem Nachwuchs wird in der Ausbildung zunehmend durch internationale Talente abgefedert.
00:09:41: Über sechzehn Prozent der Auszubildenden in Deutschland haben mittlerweile eine ausländische Staatsangehörigkeit und das stabilisiert den Ausbildungsmarkt seit jetzt rund zehn Jahren.
00:09:52: Interkulturelle Kompetenz ist also im Betriebsalltag eine wichtige Voraussetzung für funktionierende Teams.
00:10:00: Kommen wir zum Bereich Karriere?
00:10:03: Wir alle reden über Karrierenaufstieg, aber wie viele Menschen haben eigentlich Chefrollen?
00:10:08: Das Statistische Bundesamt hat nachgezählt Nur vier Prozent aller Erwerbstätigen in Deutschland, das sind rund eine Million Menschen haben eine Leitungsfunktion im EU-Schnitt.
00:10:21: Besonders hoch ist die Chefquote im Gastgewerbe mit elf Komma fünf Prozent, was an den vielen kleinen Betrieben liegt.
00:10:27: Im Gesundheitswesen sind es dagegen nur eins Komma acht Prozent und finanziell lohnt sich der Aufstieg fast immer.
00:10:33: Der mittlere Bruttolohn für Führungskräfte der lag zuletzt bei sieben tausend vierundzwanzig Euro im Monat.
00:10:40: Für deine Planung heißt das Die Plätze ganz oben.
00:10:43: die sind rar und auch hart umkämpft.
00:10:46: Wenn du weiterkommen willst, aber die Pyramide in deinem Unternehmen zu spitz wird dann überlege dir ob eine Fach- oder Expertenkarriere ohne Disziplinarverantwortung für dich eine Alternative ist.
00:10:57: Auch dort lassen sich Gehaltssprünge realisieren besonders an technologischen Schnittstellen.
00:11:03: und auch einer Sache sollte dir bewusst sein, nur weil jemand fachlich hervorragende Arbeit leistet ist er oder sie noch nicht automatisch auch die beste Führungsperson.
00:11:15: Das heißt der Führungen.
00:11:17: das liegt auch nicht jedem.
00:11:18: du solltest dir also vorher auch selbst Gedanken darüber machen ob du das überhaupt möchtest.
00:11:25: Zum Schluss schauen wir noch in welchen Städten du gerade die besten Bedingungen für eine Karriere findest.
00:11:30: Das IW Köln hat seventy-fünf Großstädte verglichen, München verteidigt Platz eins im Niveau Ranking.
00:11:37: Frankfurt am Main führt das Dynamikranking an.
00:11:40: Neu ist der KI Index.
00:11:41: wenn du in diesem Bereich arbeiten möchtest dann führt kein Weg an München mit seiner extrem hohen Dichte an KI Startups vorbei.
00:11:49: Auf den Plätzen zwei und drei folgen Erlangen die führen bei Patenten und Karlsruhe mit seiner starken Anbindung ans KIT, also das Karlsruer Institut für Technologie.
00:12:03: Ein Satz für alle, die in der IT-Infrastruktur arbeiten – auch wer Rechenzentren baut oder absichert hat vermutlich gute Zeiten vor sich.
00:12:12: die Investitionen in deutsche Rechencentren Steigen.
00:12:16: im Jahr ist es um die Höhe von rund zwei Millionen Euro.
00:12:21: Hessen bleibt dabei der wichtigste Standort, aber Brandenburg entwickelt sich gerade am stärksten wachsenden Expansionsachse.
00:12:32: durch die Midterm Elections in den USA kann es sein, dass das dort zu einer Verzögerung des Ausbaus von Rechenzentren kommt.
00:12:40: Und es ist durchaus denkbar, dass sich die Unternehmen jetzt nach alternativen Standorten für ihre Rechencentren umsehen und da wäre auch Europa ein Kandidat.
00:12:51: also auch das könnte das Wachstum der Rechen Zentren in Europa und auch in Deutschland antreiben.
00:12:58: Ja und das wäre es auch schon wieder fast gewesen.
00:13:01: Mein Fazit für heute, Flexibilität ist die neue Währung unternehmen, rekrutieren plötzlich Branchen fremd weil sie Methodenkompetenz brauchen.
00:13:08: Regionale Gehaltsunterschiede lassen sich manchmal durch Remote Arbeit überbrücken und wer früh lernt mit KI umzugehen, sichert sich gegen Veränderungen ab.
00:13:17: also am besten werde nicht betriebsblind.
00:13:19: schaue bei den Tellerrand deiner Branche, kenne deinen Marktwert und positioniere dich dort wo heute schon die Arbeit von morgen gemacht wird.
00:13:28: Alle Quellen zu den Meldungen findest du wie immer in den Show Notes.
00:13:31: Und wenn dir die Folge geholfen hat, dann abonniere auch gerne den Podcast und empfehle ihn weiter!
00:13:36: Nächster Woche gibt es wieder die wichtigsten News aus der Arbeitswelt hier im Karrieremagazin von Stellenmarkt.de.
00:13:43: Ich freue mich, wenn ihr das nächste Mal wieder dabei seid.
00:13:46: Tschüss euer Christian.
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