Die Karrierenews der KW 38

Shownotes

242 Tage dauert es im Schnitt, bis ein Handwerksbetrieb eine offene Fachkraftstelle besetzen kann – rund acht Monate. Dazu kommt: 718.000 der 3,36 Millionen Beschäftigten im Handwerk sind zwischen 55 und 65 Jahre alt. Was diese Zahlen für Verhandlungsmacht, Arbeitsbedingungen und die Frage nach einem Quereinstieg bedeuten, ist das Hauptthema dieser Folge.

Außerdem in den Karriere-News der Woche: Warum der EZB Wage Tracker dem Inflationsargument in Gehaltsverhandlungen die Grundlage entzieht. Die neue Lohnuntergrenze von 15,33 Euro in der Zeitarbeit. Ein BAG-Urteil zum Job-Splitting und warum der Vergleich mit Kollegen das stärkere Argument ist. Ein zweites BAG-Urteil zu den Grenzen von Schadensersatz nach Diskriminierung. Warum 77 Prozent der Beschäftigten Jobsicherheit höher bewerten als den Aufstieg. Weshalb Rückkehrer zum Ex-Arbeitgeber der kürzere Karriereweg sein können. Neue Regeln für Umweltaussagen ab dem 27. September. Und die gesetzliche Pflicht deines Arbeitgebers, dich in KI zu schulen.

Quellen zur Folge

Mehr Karrierewissen im Karrieremagazin von stellenmarkt.de.

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00:00:11: Und herzlich willkommen zu den Karrierenews der KW-Achtunddreißig im Karrieremagazin Podcast von Stellenmarkt.de.

00:00:20: Mein Name ist Christian und ich habe für euch zusammengetragen, was in den vergangenen sieben Tagen rund um Gehalt, Bewerbung, Berufsleben und Karriere passiert ist!

00:00:31: Am vierzehnten September sind zwei Meldungen erschienen, die zusammengenommen den deutschen Arbeitsmarkt besser beschreiben als jede Konjunkturprognose.

00:00:40: Die eine handelt davon dass Betriebe acht Monate auf eine Fachkraft warten und die andere davon das ein Konzern zehntausende Stellen streichen will.

00:00:50: Mit der ersten Meldung fangen wir an.

00:00:52: Danach zwei Urteile des Bundesarbeitsgerichts, eines zur Eingruppierung und eines zum Schadenersatz nach Diskriminierung.

00:00:59: Warum Job-Sicherheit für Bewerber wichtiger geworden ist als der Aufstieg?

00:01:03: Und warum es sich lohnt den Kontakt zu einem alten Arbeitgeber zu pflegen?

00:01:07: Los geht's!

00:01:08: Ja, fangen weh an.

00:01:09: Und zwar zweihundertzwierzig Tage.

00:01:12: so lange ist die durchschnittliche Vakanzzeit im Handwerk.

00:01:16: Die Bundesagentur für Arbeit hat zum Tag des Handwerks Zahlen veröffentlicht, die man zweimal lesen muss.

00:01:23: Ja es dauert eben schnell zweihundertzwanzig Tage bis ein Handwerkesbetrieb eine offene Fachkraftstelle besetzen kann.

00:01:29: das sind rund acht Monate.

00:01:31: von der Ausschreibung bis zum ersten Arbeitstag vergeht also fast ein dreiviertel Jahr.

00:01:36: Die Zahl der sozialversicherungspflichtig Beschäftigten im Handwerk ist in den letzten fünf Jahren um vier Prozent gesunken, während die Gesamtbeschäftigung in Deutschland leicht gestiegen ist.

00:01:46: Und von den aktuell drei Komma-Drei-Sechs Millionen Beschäftigten im Handwerk sind rund siebhundertachzehn Tausend Zwischen fünfundfünfzig und Fünfundsechzig Jahre alt.

00:01:56: Ja, siebenhundertachtzehntausend Menschen das ist gut jeder fünfte Mitarbeiter in diesem Bereich die gehen in den nächsten zehn Jahren in den Ruhestand und der Höhepunkt dieses Engpasses liegt noch vor uns.

00:02:08: Was bedeuten zweihundertzwanzig Tage konkret im Berufsalltag?

00:02:13: Für einen Betrieb mit acht Leuten bedeutet es, dass eine Kündigung fast ein Jahr lang nicht ausgeglichen wird.

00:02:19: In dieser Zeit muss der Betrieb Aufträge ablehnen und das kann natürlich dann auch zum geschäftlichen Problem werden Und damit wird aus einer Personalstatistik dann auch ein betriebswirtschaftliches Problem.

00:02:32: Wärmepumpen Solaranlagen Wohnungsbau Disanierungen von Schulen und Brücken Stockt alles gerade.

00:02:39: Das betrifft also nicht nur einzelne Betriebe, sondern sogar die ganze Volkswirtschaft.

00:02:43: Nicht in erster Linie am Geld und an der Genehmigung, sondern daran dass niemand da ist, der es einbaut.

00:02:49: Die Engpassberufe sind genau die, die man dafür braucht nämlich Sanitär, Heizung Klima- und Elektrotechnik.

00:02:58: Wenn eine Stelle acht Monate offen bleibt dann muss die Arbeit trotzdem gemacht werden das heißt dauerhafte Überstunden hohe Taktungen und wenig Puffer.

00:03:06: diese Belastung Die ist auch ein Grund, warum manche aus dem Beruf aussteigen was den Engpass weiter verschärft.

00:03:14: Die andere Seite ist eine Verschiebung der Macht wie sie in dieser Deutlichkeit lange nicht zu sehen gewesen ist.

00:03:22: Wer eine Fachkraft im Engpass-Beruf ist verhandelt gerade aus einer starken Position die früher hochspezialisierten Bürojobs vorbehalten war und daraus folgt mein wichtigster Hinweis für diese Folge Geld ist das Erste, worüber alle verhandeln und es ist genau das was ein Betrieb auch am ersten zu geben bereit ist weil es ihn am wenigsten verändert.

00:03:44: Interessant sind aber die Dinge die den Arbeitsalltag tatsächlich besser machen zum Beispiel eine vier Tage Woche ordentliches Werkzeug oder ein Fahrzeug dass nicht bereits zwölf Jahre alt ist.

00:03:57: Dazu kommen zum Beispiel Budgets für Gesundheit oder Weiterbildungsmaßnahmen und unterschätzt wird oft auch ein Mitspracherecht bei der Auftragsauswahl.

00:04:07: Ein Betrieb, der acht Monate auf Ersatz warten müsste ist zu Zugeständnissen bereit die vor zehn Jahren noch undenkbar gewesen werden.

00:04:15: man muss sie nur benennen.

00:04:17: Ja jetzt zur Gruppe Die ich bei diesen Zahlen besonders denke Leute die sich in Bürojobs befinden deren Branche ja gerade schrumpft.

00:04:26: davon die besprechen wir gleich.

00:04:29: Ein Quereinstieg ins Handwerk ist für diese Gruppe eine wirklich ernstzunehmende Option und zwar eine, die man nüchtern durchrechnen sollte.

00:04:37: Die Argumente dafür?

00:04:38: Die Arbeitsplatzsicherheit in den Engpassberufen ist über die nächsten fünfzehn Jahre hinweg wahrscheinlich höher als in vielen klassischen Büro-Tätigkeiten.

00:04:47: Die Nachfrage ist strukturell und nicht konjunkturell.

00:04:50: Und sie lässt sich nicht nach Fernoster lagern, auch nicht automatisieren.

00:04:54: Aber eine Umschulung dauert in der Regel zwei bis zweieinhalb Jahre und in dieser Zeit verdient man auch deutlich weniger.

00:05:00: die Arbeit ist körperlich.

00:05:01: und ja Sie bleibt es auch bis ins hohe alter.

00:05:04: und wer mit Ende vierzig einsteigt er muss dann auch ehrlich für sich einschätzen ob er das zwanzig oder vielleicht sogar dreißig jahre durchhält.

00:05:12: und Der Weg zum eigenen meistertitel der kostet da noch mal zeit und geld.

00:05:16: Wenn du also darüber nachdenkst, ob du ins Handwerk einsteigen möchtest.

00:05:21: Der erste Schritt ist ein Beratungstermin bei der Arbeitsagentur.

00:05:25: Denn Umschulungen in Engpassberufen werden häufig gefördert und das teilweise sogar vollständig.

00:05:30: Der zweite Schritt ist einen Praktikum von zwei Wochen bevor du irgendetwas unterschreibst.

00:05:35: Zwei Wochen auf einer Baustelle die beantworten viele deiner Fragen besser als jede theoretische Recherche.

00:05:42: Ja kommen wir zu den Kurzmeldungen im Bereich Gehalt.

00:05:46: Und zwar gibt es den EZB Wage Tracker und der hat festgestellt, dass das Inflationsargument gerade ausläuft.

00:05:54: Die Europäische Zentralbank hat am sechzehnten September ihren aktualisierten Wage-Tracker veröffentlicht.

00:06:01: Das Instrument misst was in bereits abgeschlossenen Tarifverträgen an Lohnsteigerung steckt und sie blickt damit nach vorne!

00:06:09: Die besagt zwei Komma sieben Prozent für das laufende Jahr.

00:06:16: twenty-sexten zwanzig lag der Wert noch bei drei Komma drei Prozent Das heißt die Lohndynamik kühlt spürbar ab parallel zu einer Inflation, die sich bei rund zwei bis zweieinhalb prozent eingependelt hat.

00:06:29: Volkswirtschaftlich ist das eine gute Nachricht, denn die vielbeschworene Lohnpreisspirale, die ist damit erst mal vom Tisch.

00:06:35: Für dein nächstes Gehalsgespräch ist es aber weniger gute Nachrichten.

00:06:40: Denn zwei-drei Jahre lang gab's ein Argument, dass jeder verstanden hat und man auch nicht bestreiten konnte.

00:06:46: Das Geld wurde einfach deutlich weniger wert.

00:06:48: Dieses Argument verliert jetzt gerade seine Grundlage – und das wissen die Arbeitgeber auch!

00:06:54: Wer Anfang des Jahrhunderts in einer Verhandlung geht, braucht wieder eine der klassischen Begründungen, also zum Beispiel mehr Verantwortung getragen als im Vorjahr ein abgeschlossenes Projekt mit benennbaren Ergebnissen geleitet oder eine neue Qualifikation erworben.

00:07:09: Eine messbare Effizienzsteigerung durchgeführt und so weiter.

00:07:14: Alles über zweieinhalb Prozent.

00:07:16: das muss künftig wieder ehrlich verdient werden und das kann man jetzt nicht einfach mehr nur mit der Statistik begründen.

00:07:24: Weitere Kurzmeldung betrifft die Zeitarbeit und zwar gibt es hier eine neue Untergrenze von fünfzehn Euro, dreiunddreißig.

00:07:30: Das betrifgt rund sechshundertfünfzig tausend Beschäftigte in der Zeitarbeit.

00:07:34: Hier sind nämlich die Tariflöhne zum ersten September um zwei Komma fünf Prozent gestiegen.

00:07:39: In allen neuen Entgeltgruppen Und in der untersten Gruppe also bei Helfer Tätigkeiten liegt Der Stundenlohn jetzt bei fünfzehnt Euro Dreiunddreißig und steigt Zum Ersten April das kommenden Jahres auf Fünfzehn Euro Siebenund Achtzig.

00:07:52: Der gesetzliche Mindestlohn, der liegt derzeit bei dreizehn Euro neunzig.

00:07:55: Die Zeitarbeit zahlt in ihrer untersten Gruppe also ein Euro dreinvierzig pro Stunde mehr als das gesetzliche Minimum.

00:08:02: Dazu kommen Branchenzuschläge die in der Metall- und Elektroindustrie bis zu fünfundsechzig Prozent ausmachen können.

00:08:09: Dazu Erfahrungszuschlage und spätestens nach neun bzw.

00:08:12: fünfzehn Monaten greift das gesetzliche Equal Pay-Prinzip dass dir dasselbe Gehalt wie der Stammbillegsaft zusichert.

00:08:21: Das verändert die Rolle der Zeitarbeit im Arbeitsmarkt.

00:08:23: Als Einstieg für Quereinsteiger, Berufsrückkehrerinnen oder nach einer längeren Lücke im Lebenslauf ist sie inzwischen eine ernstzunehmende Option auch weil viele Einsätze in Festanstellungen münden und für Betriebe im Einzelhandel in der Gastronomie oder in der einfachen Logistik entsteht Druck.

00:08:40: Wer dort mit vierzehn Euro wirbt konkurriert ab sofort gegen fünfzehn EUR.

00:08:43: dreiund dreißig plus Zuschläge.

00:08:46: das Bundesarbeitsgericht hat ein interessantes Urteil gefällt und zwar geht es um den Zuschnitt von Aufgaben.

00:08:52: Am sechzehnten September hat der vierte Senat des Bundesarbeitsgerichts über die Eingruppierung einer Justizangestellten entschieden, das klingt erst mal nach einer Spezialfrage aus dem öffentlichen Dienst aber das hat eine Signalwirkung, die weit darüber hinausgeht.

00:09:06: Der Arbeitgeber hatte die Aufgaben der Klägerin sehr kleinteilig auf verschiedene Teams verteilt.

00:09:11: Dadurch fiel der Anteil der anspruchsvollen Tätigkeiten in jedem einzelnen Arbeitsvorgang unter die Schwelle, ab der eine höhere Endgeldgruppe fällig geworden wäre und die Kläderin blieb in der Endgeltgruppe fünf statt in neun A. Das Gericht hat diese Art der Arbeitsorganisation formal für zulässig erklärt.

00:09:31: Der Revisionen hat es trotzdem stattgegeben, und zwar über den arbeitsrechtlichen Gleichbehandlungsgrundsatz weil vergleichbare Kolleginnen und Kollegen mit ähnlichen Aufgaben deutlich höher einkropiert waren.

00:09:42: Der Fall geht jetzt zurück ans Landesarbeitsgericht.

00:09:45: Und dahinter steckt eine Personalpraxis die einen Namen hat das sogenannte Job Splitting.

00:09:50: Anspruchsvolle Aufgaben werden so zerlegt dass keine einzelne Position die Schwelle für eine höhere Bewertung erreicht.

00:09:56: Wenn du das Gefühl hast, dass deine Stellenbeschreibung kleiner ist als deine tatsächliche Arbeit dann liefert dieses Urteil eine brauchbare Richtung.

00:10:03: Argumentiere weniger über die eigene Aufgabenliste als viel mehr im Vergleich.

00:10:07: Wer im Haus macht vergleichbares und wie es diese Person eingruppiert?

00:10:12: Der Vergleich innerhalb der Organisationen ist dann das stärkere Argument.

00:10:17: Kommen wir zur Kurzmeldung im Bereich Bewerbungen.

00:10:19: Sicherheit schlägt Aufstieg, die Stepstone-Gruppe hat für ihr Hiring Trends Update über six Tausend Einhundert Beschäftigte und achthundert Personalverantwortliche befragt und das Ganze am sechzehnten September veröffentlicht.

00:10:33: Gehalt bleibt mit neunundfünfzig Prozent der wichtigste Faktor bei der Jobwahl.

00:10:36: Auf Platz zwei steht inzwischen Job-Sicherheit, ein Plus von vier Prozentpunkten gegenüber dem Vorjahr und die deutlichste Zahl ist siebenundsiebzig Prozent bewerbenden Jobsicherheit höher als einen beruflichen Aufstieg.

00:10:51: Wir hatten vor drei Wochen das Jobhugging in der Sendung also das Festhalten am bestehenden Arbeitsplatz.

00:10:56: Diese Studie zeigt dasselbe Phänomen aus einer anderen Richtung und mit einer größeren Stichprobe.

00:11:02: Die Zeit der Great Resignation ist vorbei.

00:11:05: Zwei weitere Befunde aus der Studie sind für die Jobsuche wichtiger als die Stimmungslage, erstens das Angebot an Einstiegs-Jobs ist im Jahr mit einem historischen Tiefstand gefahren unter dem Mehrjahres-Schnitt und es hat sich im ersten halben Jahr nur um vierzehn Prozent erholt.

00:11:22: Für Berufseinsteiger ist der Markt also weiterhin eng.

00:11:25: Zweitens, seventy-vier Prozent der Bewerber empfinden es als schwieriger überhaupt zu einem Gespräch eingeladen zu werden, während gleichzeitig forty-seitig Prozent der Unternehmen sagen das Recruiting sei schwieriger geworden.

00:11:36: Unternehmen suchen nicht mehr in der Breite, sondern sehr punktgenau.

00:11:39: In der Elektroenergie- und Gebäudetechnik etwa ist der Bedarf um sieben unter dreißig Prozent gestiegen.

00:11:45: Wer exakt passt, der hat es leicht.

00:11:47: Wer daneben liegt kommt aber nicht durch.

00:11:48: für deine Bewerbung heißt das weniger Bewerbungen dafür jede einzelne auf die konkrete Ausschreibung zugeschnitten.

00:11:56: Das Bundesarbeitsgericht hat sich zum Schadenersatz nach Diskriminierung geäußert.

00:12:25: tatsächlich verdient hat.

00:12:27: Das Bundesarbeitsgericht hat die Klage aber abgewiesen, die Begründung der Kleger hatte zwischenzeitlich eine seiner Qualifikationen entsprechende gefestigte Anstellung gefunden Und damit ist der Zusammenhang zwischen der damaligen Diskriminierung und dem späteren Verdienstausfall unterbrochen.

00:12:41: Was danach beruflich passiert, fällt unter das allgemeine Lebensrisiko.

00:12:45: Für dich falls du in einem Bewerbungsverfahren tatsächlich diskriminiert wirst.

00:12:49: Ansprüche müssen schnell geltend gemacht werden und zwar innerhalb der Fristen die das Allgemeinig-Gleichbehandlungsgesetz vorsieht.

00:12:55: Ein Anspruch der sich über Jahre zu einer Art Rente aufbaut, der existiert nicht.

00:13:01: wer parallel seine karriere weiter verfolgt der tut also genau das richtige auch wenn es sich ungerecht anfühlt.

00:13:08: ja wisst ihr was?

00:13:09: boomerang hiring ist eine meldung aus der hr technologie die einen bemerkenswerten trend belegt und zwar dass unternehmen.

00:13:16: Boomerang HR hat in einer Seedrunde, zwölf Komma sieben Millionen US Dollar eingesammelt und die Plattform ist auf Rückkehrer Recruiting spezialisiert also darauf ehemalige Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter zurückzuholen.

00:13:29: Der Hintergrund der das Investment erklärt in hochspezialisierten Segmenten geht inzwischen fast ein Drittel aller Neueinstellungen auf die Rückkehr ehemalsiger Mitarbeiter zurück.

00:13:39: Der Grund dafür ist leicht nachvollziehbar.

00:13:41: In einem Markt, in dem Anschreiben KI generiert und Profile durchoptimiert sind, ist verlässliche Information über einen Menschen knapp geworden.

00:13:49: Ein ehemaliger Mitarbeiter ist bekannt, ein Betrieb weiß wie er arbeitet und erkennt die Prozesse was die Einarbeitung verkürzt.

00:13:56: Für deine Karriereplanung folgt daraus eine ziemlich konkrete Konsequenz, die auch noch wenig kostet.

00:14:03: der Abschied aus einem Unternehmen ist faktisch das erste Gespräch für eine mögliche Rückkehr.

00:14:08: ordentlich übergeben, Kontakt zu ehemaligen Führungskrafthalten sich ins Alumnienetzwerk eintragen.

00:14:13: Wenn es eins gibt Rückkehrer kommen typischerweise auf einer höheren Position zurück als der die sie verlassen haben weil sie inzwischen etwas mitbringen das im Haus fehlte und dass ist oft der kürzere Weg als der überein anonymes Bewerbungsportal.

00:14:28: Kommen wir zum Bereich Berufsleben und hier geht es um sogenannte Green Claims.

00:14:32: ab dem siebenundzwanzigsten September ist nämlich Schluss mit Wagen versprechen.

00:14:36: Ein Termin, der in vielen Unternehmen gerade für Hektik sorgt ist der September.deu-Richtlinie zu Umweltaussagen flankiert vom überarbeiteten Gesetz gegen den unlauteren Wettbewerb verbietet ab dem September pauschale Aussagen wie klimaneutral grün oder umweltfreundlich wenn sie nicht durch anerkannte Zertifikate und Lebenszyklusanalysen belegt sind.

00:14:59: Übergangsfristen für bereits gedrucktes Material gibt es nicht.

00:15:02: Das klingt nach einem Marketing Thema auch für Bewerber.

00:15:07: Sehr viele Unternehmen haben in den letzten Jahren nämlich mit Nachhaltigkeitsversprechen um Nachwuchsgeworben auf Karriereseiten und in Broschüren, genau diese Texte.

00:15:15: die müssen jetzt belegbar sein.

00:15:17: Daraus ergibt sich für dich eine der besten Fragen, die du im Vorstellungsgespräch stellen kannst.

00:15:22: Sie schreiben auf ihrer Karriere Seite, dass sie klimaneutral arbeiten und worauf stützt sich das?

00:15:27: Wer darauf eine konkrete Antwort hat, hat sich mit dem Thema befasst – wer ins Schwimmgerät sagt ja auch etwas nicht nur über Nachhaltigkeit!

00:15:37: Im Bereich Karriere hat vom fünften bis siebzehnten September in Köln die Zukunft Personal Europe stattgefunden.

00:15:45: Die Leitmesse der HR-Branche, das Jahresmotto lautete Team Human XAI.

00:15:51: Wir hatten den EU AI Act vor zwei Wochen ja schon einmal in der Sendung damals mit Blick auf die Einstufung von Recruiting KI als Hochrisikoanwendung.

00:16:00: Dieses Mal geht es um einen Teil, der für dich persönlich interessanter ist.

00:16:03: Seit dem zweiten August gelten die ersten Artikel der Verordnung verbindlich darunter Artikel V und Artikel IV verpflichtet Arbeitgeber dazu, die KI-Kompetenz ihrer Beschäftigten zu fördern.

00:16:15: Wenn dein BetriebKI Systeme einsetzt und dir dazu bisher keinerlei Schulungen angeboten hat hast du damit einen Hebel der über den guten Willen deiner Führungskraft hinausgeht.

00:16:25: Die Frage im nächsten Gespräch kann lauten, wie das Unternehmen Artikel vier umsetzt und welches Angebot für deinen Bereich vorgesehen ist.

00:16:32: Zwei weitere Punkte aus derselben Verordnung Emotionserkennungen in Bewerbungsgesprächen sind komplett verboten – und über den Einsatz generativer KI oder algoritmischer Filter muss man dich als Bewerber informieren!

00:16:44: Wellbeing wird zu harten Kennzahl.

00:16:46: Bei der Verleihung des HR Innovation Award am fünften September in Köln lag der Schwerpunkt auffällig deutlich auf den Kategorien Corporate Health, Wellbeing und Human Performance.

00:16:56: Ausgezeichnet wurden nicht Effizienzwerkzeuge sondern Lösungen die messbar zur Belastbarkeit von Belegschaften beitragen.

00:17:02: Der ökonomische Hintergrund, wenn Fachkräfte knapp sind und eine Nachbesetzung Monate dauert kann ein Betrieb es sich schlicht nicht mehr leisten Leute aufzubauen.

00:17:10: Damit ändern sich die Kriterien nach den Führungskräften bewertet werden.

00:17:14: Wer Quartalsziele erreicht und dabei eine hohe Fluktuation oder Krankenstandsquote produziert wird zunehmend als Risiko gesehen.

00:17:21: Für alle, die eine Leitungsfunktion anstreben ist das eine Veränderung.

00:17:25: In Auswahlverfahren zählt zunehmend ob jemand ein Team über Jahre stabil halten kann.

00:17:29: Wenn du solche Zahlen aus deinem bisherigen Verantwortungsbereich vorweisen kannst also niedrige Fluktuation oder eine sinkende Zahl von Ausfalltagen dann ist es ein starkes Argument.

00:17:39: Weiterbildung verändert das Format und Sicherheit wird zur Grundkompetenz.

00:17:43: Zwei Trends aus dem Bereich Learning & Development, die diese Woche viel diskutiert wurden – der erste, zentral produzierte.

00:17:49: lange Schulungsprogramme verlieren an Bedeutung, an ihre Stelle treten kurze Lernvideos, die Beschäftigte selbst erstellen, KI-gestützt und in einer Stunde statt intagen.

00:17:57: Damit werden jeder Fachexperte im Haus zum potenziellen internen Dozenten.

00:18:02: Wer das nutzt und seinen Wissen in kurzen Formaten teilt, macht sich nicht überflüssig sondern macht sich im Gegenteil sogar sichtbar.

00:18:09: Und Sichtbarkeit ist bei Beförderungsentscheidungen selten der unwichtigste Faktor.

00:18:14: Der zweite Trend ist ein bisschen ernster Security awareness Trainings.

00:18:18: die werden aktuell mit hoher Priorität ausgerollt weil KI-gestützte Angriffe auf eine neue Qualität hindeuten.

00:18:26: Fishing Mails ohne Rechtschreibfehler anrufe mit der geklonten Stimme des Vorgesetzten die alten Erkennungsmerkmale, die funktionieren nicht mehr.

00:18:34: Das heißt man muss hier noch viel wachsamer sein und deshalb behandle das nächste Pflichttraining zu diesem Thema als wichtige Aufgabe.

00:18:42: ein einziger Fehlklick kann in einem Unternehmen schon erheblichen Schaden anrichten und die Person, die geklickt hat steht danach in einer sehr unangenehmen Situation.

00:18:52: Die einfachste Regel bleibt Dabei bei jeder ungewöhnlichen Aufforderung zu einer Zahlungen oder einer Datenfreigabe über einen zweiten dir bekannten Kanal am besten schnell zurückfragen.

00:19:03: Nicht antworten, sondern anrufen unter der Nummer die du selber gespeichert hast!

00:19:08: Ja und das war die Woche bei unseren Karriere News hier im Karrieremagazin aufstellenmarkt.de.

00:19:14: Und was ich persönlich wirklich sehr spannend finde in diesem Zusammenhang, dass ist eben die lange Wartezeit, die es im Handwerksbetrieb gibt bis zur Besetzung einer Stelle.

00:19:25: Das zeigt schon, dass es hier große Chancen gibt also sowohl für diejenigen die sich noch in der Berufsauswahl befinden als auch für diejenigen, die gerade überlegen ob sie vielleicht einen Jobwechsel vornehmen wollen.

00:19:39: Ja und wenn du daraus etwas mitnehmen möchtest dann das?

00:19:42: Die Frage nach der Sicherheit im Job, die hängt davon ab ob das was du kannst in zehn Jahren noch gebraucht wird.

00:19:48: diese Frage kann man sich natürlich nur selbst stellen und am besten so lange man noch beschäftigt ist.

00:19:54: Alle Quellen zu den Meldungen, die findest du natürlich in den Show-Notes.

00:19:57: Und ja wenn dir die Folge geholfen hat dann abonniere doch den Podcast und empfehle ihn weiter.

00:20:02: Nächste Woche gibt es wieder die wichtigsten News aus der Arbeitswelt hier im Karrieremagazin von Stellenmarkt.de.

00:20:09: Ja und bis dahin gilt einfach mach was draus!

00:20:12: Tschüss dein Christian.

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