Lohnfortzahlung verursacht Kosten in Höhe von 85,6 Milliarden Euro – kommt jetzt das Attest ab dem ersten Tag?

Shownotes

`Die Lohnfortzahlung im Krankheitsfall hat die deutschen Unternehmen 85,6 Milliarden Euro gekostet, mehr als doppelt so viel wie 2010. Die Zahl hat eine politische Debatte über die Attestpflicht ab Tag eins und das Ende der telefonischen Krankschreibung ausgelöst. Woher der Anstieg wirklich kommt und was heute schon gilt, ist das Hauptthema dieser Folge.

Außerdem in den Karriere-News der Woche: Warum Reallöhne steigen, aber nicht für alle. Was das Auslaufen der Inflationsausgleichsprämie im Geldbeutel anrichtet. Ein Urteil des Bundesarbeitsgerichts, das Gekündigte vor der Durchleuchtung ihrer Bewerbungen schützt. Ghosting durch Bewerber, diesmal in der Gegenrichtung. Der EU AI Act und was du im Bewerbungsprozess fragen darfst. Die Grenzen von Return-to-Office-Anordnungen. Und eine Studie, nach der 40 Prozent der Erwerbstätigen nicht mehr ans Leistungsprinzip glauben.

Quellen zur Folge

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00:00:11: Hallo und herzlich willkommen zu einer neuen Ausgabe der Karrierenews hier auf stellenmarkt.de.

00:00:18: Wir haben die Kalenderwoche thirty-six und mein Name ist Christian.

00:00:23: Ich habe für euch zusammengetragen, was in den vergangenen sieben Tagen rund um Gehalt Bewerbung Berufsleben und Karriere passiert ist.

00:00:32: Kurs zur Überblick Ein neuer Kostenrekord bei der Lohnfortzahlung hat eine politische Debatte losgetreten, an deren Ende die Krankmeldungen anders aussehen könnte als heute.

00:00:44: Damit werden wir beginnen und danach geht es um ein Urteil des Bundesarbeitsgerichts das Gekündigte vor zu neugierigen Ex-Arbeitgebern schützt, um die Frage ob dein Chef dich einfach zurück ins Büro beordern darf.

00:01:01: Ja und wir haben auch noch eine Studie dabei, die zeigt das immer weniger Beschäftigte noch daran glauben dass Leistung belohnt wird.

00:01:09: Ja fangen wir an mit der Hauptmeldung des heutigen Tages und zwar geht es um Eighty-Kommer sechs Milliarden Euro Lohnfortzahlungen und die aktuelle Debatte um die Attestpflicht.

00:01:23: Das Institut der deutschen Wirtschaft hat berechnet was die Lohnverzahlung im Krankheitsfall, die deutschen Unternehmen kostet.

00:01:30: Das Ergebnis ist

00:01:33: u.a.,

00:01:33: €.

00:01:34: Darin stecken U.a.

00:01:37: €.

00:01:37: An fortgezahlten Bruttoentgelten sowie U.A.

00:01:40: € an Arbeitgeberanteilen zur Sozialversicherung.

00:01:45: Zum Vergleich!

00:01:46: Im Jahr Zwei-Tonzehn lag dieser Betrag noch bei €.

00:01:51: Er hat sich also in anderthalb Jahren mehr als verdoppelt.

00:01:55: Allein zwischen dem Jahr und dem Jahr kamen im Milliarden Euro ein Plus von rund einem Drittel.

00:02:06: Bevor wir zur politischen Debatte kommen, lohnt sich ein Blick darauf, woher dieser Anstieg eigentlich stammt.

00:02:11: Denn die Zahl wird gerade häufig so gelesen als würden die Deutschen einfach immer öfter blau machen.

00:02:17: Aber so einfach ist es dann doch nicht.

00:02:20: Ein großer Teil des Anstieges ist ein reiner Preiseffekt.

00:02:24: Das nominale Lohnniveau ist im betrachteten Zeitraum um rund dreiundzwanzig Prozent gestiegen und jeder einzelne Krankheitstag kostet ein Unternehmen also deutlich mehr als früher ganz unabhängig davon, ob mehr oder weniger krank gemeldet wird.

00:02:38: Dazu kommt es gibt schlichtmehr sozialversicherungspflichtig Beschäftigte mit Anspruch auf Lohnvorzahlung als vor fünfzehn Jahren.

00:02:46: Der dritte Faktor ist einen Erfassungseffekt.

00:02:49: seit zwei tausend zwanzig gibt es die elektronische Arbeitsunfähigkeitsbescheidigung.

00:02:53: Krankmeldungen werden dadurch lückenlos erfasst, Fälle bei denen der gelbe Zettel früher einfach in der Jackentasche liegen blieb und nie in der Statistik landete tauchen heute in den Statistiken auf.

00:03:04: Ja dann gibt es tatsächlich strukturelle Verschiebungen.

00:03:07: die Belegschaften werden älter und damit steigen langwierige Muskelskeletterkrankungen und ein Befund fällt dabei besonders auf psychische Erkrankung machen weniger als fünf Prozent aller Krankheitsfälle aus sind aber für um dreizehn Prozent aller Ausfalltage verantwortlich.

00:03:23: Das heißt, solche Erkrankungen kommen eher selten vor, dauern dann aber sehr lange.

00:03:28: Aus Politik- und Arbeitgeberverbänden kommen zwei konkrete Forderungen.

00:03:31: Erstens eine gesetzliche Attestpflicht ab dem ersten Krankheitstag und zweitens die Abschaffung der telefonischen Krankschreibung.

00:03:38: Und das hat ja in der letzten Zeit auch für heftige Diskussionen geführt und ein Ergebnis oder ein Ende ist noch nicht in Sicht.

00:03:46: Interessant ist aber wer da wem widerspricht.

00:03:50: Nämlich das IV selbst, also ausgerechnet das arbeitsgebernahe Institut dessen Zahlen die Debatte ausgelöst haben.

00:03:58: und die Argumente dagegen sind praktischer Natur.

00:04:01: Der Verwaltungsaufwand in den Betrieben der würde nämlich steigen Hausarztpraxen würden mit Bagatellfällen voll laufen In denen es medizinisch nichts zu behandeln gibt Und das Vertrauensverhältnis in Betrieb würde schaden nehmen wenn jeder Schlupfen einen eigenen Nachweis erfordern würde.

00:04:18: Ein zweiter Vorschlag liegt parallel auf dem Tisch, nämlich die Teilzeitkrankschreibung.

00:04:22: Die Idee dahinter ist dass Langzeiterkrankte stundenweise wieder einsteigen können statt zwischen ganz krank oder ganz gesund wählen zu müssen.

00:04:29: Das klingt zunächst vernünftig aber in der Praxis stößt das auf Skepsis.

00:04:33: Achtundvierzig Prozent der befragten Personalverantwortlichen sehen Abgrenzung Probleme.

00:04:38: Wer entscheidet zum Beispiel was jemand an einem halben Krankheitstag noch leistet kann und wer haftet wenn es schief geht?

00:04:46: Was heißt das jetzt konkret für Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer?

00:04:50: Erstens die aktuelle Rechtslage, denn sie ändert sich durch eine Debatte erst mal nicht.

00:04:55: Du musst deine Arbeitsunfähigkeit spätestens am vierten Tag nachreißen – das gilt also derzeit noch!

00:05:00: Dein Arbeitgeber darf das Attest aber schon ab dem ersten Tag verlangen und zwar ohne Begründung und das steht so im Entgeltfortzahlungsgesetz.

00:05:07: Viele wissen das nicht.

00:05:09: Ein Blick in den Arbeits- oder Tarifvertrag, der lohnt sich auf jeden Fall denn dort ist häufig geregelt was in deinem Betrieb tatsächlich gilt.

00:05:16: Zweitens wenn du in einer Position mit Personalverantwortung bist oder dorthin möchtest, ist das ein Thema bei dem du in den nächsten Monaten informiert sein musst und am besten auch schon dir eine Haltung überlegen musst.

00:05:31: Erntet Präsentismus, das heißt die Leute, die krank am Schreibtisch sitzen, die können andere anstecken und arbeiten auch entsprechend langsamer.

00:05:41: Und das kann am Ende teurer sein als der Krankheitstag den man eigentlich verhindern wollte.

00:05:45: Ja und drittens ist die Einordnung.

00:05:50: Einen Kostenblock aber erstellt jetzt nicht stellvertretend für eine schlechte Arbeitsmoral.

00:05:55: Wer die eigene Zahl in einer anderen Aussage übersetzt überspringt nämlich gerade die erwähnten Veränderungen bei Lohnniveau, Beschäftigungsstandard und auch Erfassungsqualität.

00:06:06: Und deshalb ist es immer schwierig aus solchen Kosten dann endgültige Schlussfolgerung zu

00:06:11: ziehen.".

00:06:13: Kommen wir zu den Kurzmeldungen im Bereich Gehalt.

00:06:16: Die Reallöhne steigen aber nicht für alle gleich, das Statistische Bundesamt meldet für das zweite Quartal, ein Plus von vier Prozent bei den Nominalönen.

00:06:26: Bei einer Inflation von zwei Komma fünf Prozent bleibt damit einen Reallohnzuwachs von immerhin eins Komma sechs Prozent.

00:06:31: Das heißt es ist ein plus was die Menschen dann entsprechend ausgeben können.

00:06:38: Spannend wird es beim Blick unter den Durchschnitt.

00:06:43: Das unterste Fünftel der Vollzeitbeschäftigten hat mit sechs Komma sieben Prozent am stärksten zugelegt, das Oberfünfteln kommt auf drei Komma Drei Prozent Auszubildende liegen bei sechs Prozent geringfügig Beschäftigte bei vier Komma Sieben Prozent.

00:06:57: Ja und der Grund für dieses Muster liegt in der Gesetzgebung.

00:07:02: Der Mindestlohn ist nämlich zum Januar auf dreizehn Euro neunzig gestiegen, die Mindestausbildungsvergütung ebenfalls und die Minijobgrenze wurde angehoben.

00:07:11: und wo der Staat eingreift da steigen die Löhne.

00:07:14: Wo er es nicht tut sieht das anders aus.

00:07:16: Freiberufliche und wissenschaftliche Dienstleistungen kommen auf gerade einmal eins Komma acht Prozent Erziehung und Unterricht auf zwei Komma vier Prozent.

00:07:24: ja und beides liegt unterhalb der Inflationen.

00:07:27: bedeutet dann real sogar ein Minus.

00:07:32: Kommen wir zu einer weiteren interessanten Erhebung und zwar hat das Wirtschafts- und Sozialwissenschaftliche Institut, Hans Böckler Stiftung für im Jahr für den Jahr für einen Anstieg der Tariflöhne um drei Komma eins Prozent gerechnet und Real bleiben davon immerhin noch null Komma sieben Prozent.

00:07:52: und dahinter steckt ein Effekt der viele im Geldbeutel dann auch spürbar entlasten wird.

00:07:58: In den Jahren, Jahr- und Jahrzehnte und Jahrzwanzig kam ein großer Teil der Lohnzuwechse aus der Inflationsausgleichsprämie die Steuer- und Abgabenfrei ausgezahlt wurde.

00:08:10: Und diese Prämie ist Ende Jahrzehnzehnt zwanzig ausgelaufen!

00:08:13: Was jetzt verhandelt wird sind dauerhafte Erhöhungen der Tabellen und das ist langfristig besser weil es Renteurlaubsgeld und alle künftigen Erhöungen mit anhebt.

00:08:22: Kurzfristig kommt aber weniger davon an, weil die reguläre Tariferhöhung versteuert und beitragt wird.

00:08:29: Die Prämie allerdings nicht!

00:08:31: Und bemerkenswert ist die Laufzeit.

00:08:32: Die Abschlüsse des ersten halben Jahres liegen durchschnittlich bei fünf Komma sechs Prozent verteilt auf im Schnitt.

00:08:40: Die chemische Industrie hat sogar zehn Nullmonate vereinbart und erhöht erst im Jahr.

00:08:46: Aber Geber kaufen sich derzeit Planungssicherheit, und sie zahlen dafür mit einem höheren Gesamtvolumen über eine längere Strecke.

00:08:55: Und dass die Gehaltsrunde im Jahr ist etwas konservativer ausfällt – das hat auch die Personalberatung Kienbaum prognostiziert.

00:09:04: für ausserzeriefliche Gehälter Da gibt es laut den Zahlen einen Anstieg von drei Prozent.

00:09:12: Und damit ist der Markt zurück auf einem Niveau, das wir vor Corona hatten nachdem es Jahre gab zuletzt in denen die Steigerung an der fünf Prozentmarke gekratzt haben.

00:09:23: Zwei Zahlen aus der Studie, die sind für die Jobsuche relevant.

00:09:26: Von den Unternehmen, die ihr Personalbudget kürzen wollen knapp neunzig Prozent frei werdende Stellen nicht nachbesetzen, dreiundvierzig Prozent ziehen betriebsbedingte Kündigung in Betracht.

00:09:36: und wenn in deinem Umfeld gerade Stellen unbesetzt bleiben ist das häufig keine Verzögerung sondern da stehen dann wirklich bewusste Entscheidungen für die weitere Personalentwicklung dahinter.

00:09:47: Ein Lichtblick, der steckt trotzdem darin.

00:09:49: Rund ein Drittel der Unternehmen nutzt die knappen Budgets gezielt um Gehaltsstrukturen im Sinne der Entgeltgleichheit zu bereinigen.

00:09:56: Der Treiber dahinter ist die EU-Entgeldtransparenzrichtlinie.

00:09:59: und sobald die Entgeldlücke in einer Gruppe gleichwertiger Tätigkeiten fünf Prozent übersteigt und sich nicht sachlich erklären lässt drohen gemeinsame entgelbe Wertungen mit den Betriebsrats sowie Bußgelder.

00:10:11: Dazu kommt eine Beweislastumkehr, im Streitfall muss künftig das Unternehmen zeigen, dass keine Diskriminierung vorliegt und wer in diesem Jahr eine Gehaltsanpassung ohne Verhandlung bekommt der sollte also nicht überrascht sein.

00:10:26: Das Bundesarbeitsgericht hat entschieden, dass Ex-Arbeitgeber nicht alles wissen dürfen Und zwar hat das Bundesarratsgericht ein Urteil gefällt am sechserzwanzigsten August Dass für all diejenigen interessant ist, die gegen eine Kündigung klagen.

00:10:42: Zum Hintergrund, wenn ein Gericht eine Kündigung für unwächsam erklärt dann muss der Arbeitgeber das Gehalt für die gesamte Dauer des Verfahrens nachzahlen und das nennt sich Annahmeverzugslohn.

00:10:54: Angerechnet wird dabei, was man in dieser Zeit hätte verdienen können wenn man sich nicht absichtlich einer Zubutbahnstelle entzogen hat.

00:11:02: Genau an diesen Punkt setzen Arbeitgeber an.

00:11:04: im verhandelten Fall wollte das Unternehmen sämtliche Vermittlungsvorschläge der Arbeitsagentur sehen dazu alle Bewerbungsunterlagen sowie eine Erklärung warum jede einzelne Bewerbung erfolglos geblieben war.

00:11:17: Das Bundesarbeitsgericht hatte aber einen Riegel vorgeschoben, auskunft über die Vermittlungsvorschläge der Agentur oder das Jobcenters.

00:11:23: Die müssen gegeben werden inklusive Arbeitsort-, Arbeitszeit- und Vergütung weil der Arbeitgeber diese Informationen sonst nicht bekommen kann.

00:11:31: Einen Anspruch auf die komplette private Bewerbungshistorie auf die Ergebnisse oder gar anschreiben und Lebenslauf gibt es aber nicht.

00:11:39: Wichtiger noch ist die Reihenfolge, die das Gericht festgeschrieben hat.

00:11:42: Zuerst muss nämlich der Arbeitgeber konkret darlegen, welche geeigneten und zumutbaren Stellen es gegeben hätte.

00:11:48: Und erst danach muss man als Arbeitnehmer erklären wie man sich genau diesen Stellen gegenüber verhalten hat.

00:11:54: Kein Freibrief fürs Nichts zu tun also aber zumindest mal eine Begrenzung der Informationsrechte der Arbeitegeber.

00:12:04: Ja wir hatten ja letzte Woche im Podcast über Ghosting gesprochen allerdings ghosting von Arbeitgebern gegenüber Arbeitnehmern.

00:12:13: Das Ghosting gibt es aber auch in einer umgekehrten Richtung.

00:12:18: Analysen aus der Rekruzierungsbranche die zeigen, dass die Ghosting-Rate durch Bewerber innerhalb von drei Jahren bis zu sechsundfünfzig Prozent gestiegen ist.

00:12:27: Gemeint damit ist Kommunikation bricht ohne Vorwarnung ab oder jemand erscheint trotz unterschriebenem Vertrag am ersten Arbeitstag nicht.

00:12:36: Besonders häufig passiert das bei Schicht und Wochenendarbeit, etwa in der Medizin oder in der Pflege.

00:12:42: Ein Grund dafür ist strategischer Natur – viele Kandidaten bewerben sich gar nicht mit Wechselabsicht sondern um ein Angebot an der Hand zu haben, mit dem sie beim aktuellen Arbeitgeber besser verhandeln lässt.

00:12:55: Ist die Erhöhung dann durch?

00:12:56: Verstummt der Kandidat!

00:12:58: Und ich sag offen, weil es zur eigenen Karriereplanung gehört.

00:13:02: Das funktioniert genau einmal und danach hast du in der Branche einen schlechten Ruf.

00:13:07: Personalerinnen und Personalern in derselben Region die kennen sich nämlich und ein Zweizeiler das du dich anders entschieden hast kostet dich dreißig Sekunden und hält die Tür für später offen.

00:13:19: Ja kommen wir zum EU AI Act und hier gilt Recruiting als Hochrisiko.

00:13:24: Ein Report der Plattform ICI IMS und Lighthouse aus dem August beziffert wie stark KI die Personalarbeit entlastet.

00:13:34: Bis zu seventy-fünf Prozent der Arbeitszeit von Recruitern lassen sich einsparen, weil Lebenslaufsichtungen Anzeigentexte und Erstkommunikation automatisierbar sind.

00:13:45: Gleichzeitig zieht der EU AI Act die Leitplanken ein.

00:13:49: KI Recruiting ist dort als Hochrisikoanwendung eingestuft mit strengen Anforderungen an Datenqualität, Dokumentation und Transparenz.

00:13:57: Der zentrale Satz für Bewerber lautet, keine personalrelevante Entscheidung darf vollständig automatisiert fallen.

00:14:05: Menschliche Aufsicht ist also Pflicht und wenn du mit einem Chatbot schreibst musst dir das gesagt werden.

00:14:11: die Bußgelder reichen bis zu thirty Millionen Euro oder sieben Prozent des weltweiten Jahresumsatzes in voller Höhe ab August zwei tausend siebenundzwanzig.

00:14:21: Praktisch heißt das, du darfst fragen ob deine Unterlagen algorithmisch vorsortiert werden und wer die Auswahlentscheidung trifft.

00:14:28: Und das ist keine unhöfliche Frage sondern es ist etwas auf das Unternehmen künftig eine Antwort parat haben müssen.

00:14:37: Kommen wir zur Kategorie Berufsleben.

00:14:39: auch hier haben wir einige Kurzmeldungen zusammengestellt.

00:14:42: Zunächst einmal wichtig für all diejenigen, die ihr im Homeoffice sind

00:14:46: bzw.,

00:14:47: die aus dem Homeoffices zurück ins Büro geordert werden.

00:14:51: Ein Urteil aus Düsseldorf, das sortiert nämlich eine Frage, die in vielen Betrieben gerade für Ärger sorgt.

00:14:57: Es ging darum, dass ein Mitarbeiter mit Erlaubnis seines vorgesetzten Montags und Freitag von zu Hause gearbeitet hat.

00:15:05: Und da gab es einen neuen Vorgesetzten und der hat diese Erlaubnissen entzogen und fünf Tage Präsenz angeordnet.

00:15:12: Das Gericht hat die Weisung für unwirksam erklärt mit der Begründung, dass das Direktionsrecht des Arbeitgebers an den Grenzen des billigen Ermessens endet.

00:15:23: Homeoffice kann man beenden aber eben nicht willkürlich.

00:15:26: es braucht einen sachlichen und nachvollziehbaren Grund, der die Anwesenheit betrieblich erforderlich macht.

00:15:32: Der bloße Wunsch die Leute wieder ins Büro zu schicken reicht nicht.

00:15:37: Die andere Hälfte des Urteils ist aber genauso wichtig.

00:15:40: Einen dauerhaften Rechtsanspruch auf Homeoffice hat man als Mitarbeiter nicht dadurch erworben, wenn man es jahrelang gewährt bekommt.

00:15:48: Der Anspruch besteht nicht auf das HomeoffICE an sich sondern darauf dass eine Änderung sauber begründet wird.

00:15:54: Wenn dir gerade eine Rückkehranordnung angekündigt wurde dann ist die entscheidende Frage warum das passiert ist und nicht ob.

00:16:04: Diese Begründung darfst du auch einfordern.

00:16:07: Die Mini-Shop-Grenze liegt inzwischen bei sechshundert drei Euro, und das ist schon seit Januar so.

00:16:12: Das sind siebentausend zweihundertdreißig Euro im Jahr.

00:16:16: Die Grenze ist an den Mindestlohn gekoppelt und steigt automatisch mit Bei exakt dreizehn Euro.

00:16:21: neunzig Stundenlohn sind das maximal dreinvierzig.

00:16:23: Komma drei acht Stunden.

00:16:25: im Monat.

00:16:26: zahlt ein Arbeitgeber mehr dann musst du entsprechend weniger arbeiten.

00:16:29: bei fünfzehn Euro sind es noch gut vierzig Stunden.

00:16:32: Ja und zwei Dinge, die dabei oft untergehen.

00:16:34: Du darfst die Grenze in zwei Monaten pro Jahr unvorhergesehen überschreiten bis zum Doppelten also bis zu einen tausend zweihundert sechs Euro im Monat und oberhalb von sechshundert drei Euro beginnt der Übergangsbereich bis zweitausend Euro.

00:16:47: dort zahlst du reduzierte Beiträge und bist trotzdem voll sozial versichert.

00:16:53: für viele ist das die bessere Variante als der Minijob gerade mit Blick auf die Rente.

00:17:00: Im Bereich Karriere haben wir auch einige interessante Meldungen, zum Beispiel dass der Glaube an das Leistungsprinzip bröckelt.

00:17:07: Eine repräsentative Erhebung von Statista und Haufe kommt zu einem Ergebnis, das nachdenklich stimmt nämlich rund vierzig Prozent der erwerbstätigen Zweifeln inzwischen daran, dass Leistung belohnt wird.

00:17:20: Uneingeschränkt stimmen nur noch neunzehn Prozent dieser These zu.

00:17:26: die Gründe Vierunddreißig Prozent fühlen sich vom Management nicht ausreichend wertgeschätzt, sechsundzwanzig Prozent sehen keinen Zusammenhang mehr zwischen Überstunden und besserem Karriere- oder Gehaltschancen.

00:17:36: Und dreinzwanziger Prozent geben an bereits an ihrer psychischen oder körperlichen Belastungsgrenze zu

00:17:41: arbeiten.".

00:17:42: Ja, und das passt schlecht zu einer zweiten Zahlenreihe aus derselben Woche.

00:17:46: seventy-fünf Prozent der Beschäftigten wissen nämlich dass Weiterbildung den Geschäftserfolg steigert und die tatsächliche Teilnahme sinkt.

00:17:54: trotzdem knapp ein Drittel schafft es aus Zeitmangel einfach nicht.

00:17:58: zwanzig Prozent bekommt gar keine Unterstützung vom Vorgesetzten.

00:18:01: Ein weiteres fünftel sagt der Arbeitgeber übernehme die Kosten nicht Und Weiterbildung geht damit zur Freizeitbeschäftigung, ausgerechnet in dem Moment, indem KI die Anforderungen an fast jeden Wissenschaftsarbeitsplatz verschiebt.

00:18:14: Wenn du daraus etwas mitnehmen willst dann das.

00:18:16: Frag im nächsten Jahresgespräch nicht ob eine Weiterbildung möglich ist sondern verhandle Zeit und Budget als Teil der Vereinbarung.

00:18:23: ein Jahr ohne Stunden im Kalender Das ist kein richtiges Jahr.

00:18:27: Und dann gibt es noch eine Studie, über die ich hier erzählen möchte.

00:18:30: Nämlich die KPMG Global Female Leaders Outlook-Studie und dabei wurden sixhundertdreißig weibliche Führungskräfte aus sechsundvierzig Ländern befragt – seventy-two Prozent!

00:18:43: Blicken zuversichtlich auf das Wachstum des eigenen Unternehmens und dass in einem Umfeld das Gesamtwirtschaftliche alles andere als euphorisch derzeit bewertet wird.

00:18:52: Der Leitgedanke, der Studie, der lautet, dass Leistungsfähigkeit zum Schlüssel wird gemeint ist damit weniger wachstums um jeden Preis als viel mehr operative Stabilität, Effizienz, Resilienz das eigene Haus in Ordnung halten solche Dinge.

00:19:07: Dazu kommt ein ausgeprägtes Interesse daran die Folgen von KI für das eigene Geschäft zu verstehen und das Ganze nicht auszusetzen.

00:19:16: Ja und ich habe zum Vergleich auch noch mal die PWC befragt und das ist ein gemischtes Panel, also wohl Frauen als auch Männer.

00:19:36: Und dreißig Prozent aller CEOs hier blicken nur in etwa zuversichtlich auf das Umsatzwachstum in diesem Jahr.

00:19:46: Das ist der niedrigste Stand seit fünf Jahren.

00:19:49: Ja und PWC zeigt die Ursache für diese gedämpfte Stimmung auch gleich mit.

00:19:54: viele nämlich männlich dominierte Vorstände kämpfen mit dem sogenannten Execution Gap.

00:20:00: Das heißt, sie tun sich schwer den massiven KI-Investitionen in echter finanzielle Erträge umzumünzen – nur zwölf Prozent der sie ausverzeichnen bisher messbare Umsatz und Kostenvorteile durch KI!

00:20:15: Für alle, die auf eine Führungsposition zusteuern ist das ein wichtiger Hinweis darauf worüber in Auswahlverfahren gerade gesprochen wird.

00:20:23: Wer eine Vision mitbringt der kann überzeugen.

00:20:27: wer erklären kann wie er in einem Bereich durch ein schwieriges Jahr steuert überzeugt dann umso mehr.

00:20:34: Ja und das war in Kürze die Woche aus Karriere- und Berufssicht Und wenn ich einen roten fahre, hier sehe dann diesen.

00:20:43: Die Spielregeln werden gerade an vielen Stellen gleichzeitig neu geschrieben beim Krankschreiben, beim Homeoffice, beim Gehalt sowie auch beim Einsatz von KI im Bewerbungsprozess.

00:20:56: In fast allen Fällen entscheidet vor allem wer sich mit der aktuellen Situation am besten zurechtfindet und darauf einstellen kann.

00:21:05: Alle Quellen zu den Meldungen findest du natürlich in den Show-Notes.

00:21:08: Ja, und wenn dir die Folge gefallen und geholfen hat dann abonniere den Podcast beziehungsweise hier unseren YouTube Kanal Und empfiehl ihn gerne weiter.

00:21:18: nächste Woche gibt es dann wieder die wichtigsten News aus der Arbeitswelt Hier im Karrieremagazin von Stellenmarkt.de.

00:21:26: Und bis dahin gilt mach was draus!

00:21:29: Tschüss dein Christian.

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