Die Karrieremagazin Arbeitswelt-News der Woche vom 13. bis 20. August 2026

Shownotes

Wir schauen auf die neuen Zahlen des Statistischen Bundesamtes: Erstmals seit Corona verlieren auch die Dienstleistungen Beschäftigung, in der Automobilindustrie sind binnen eines Jahres über 42.000 Stellen verschwunden. Das IAB liefert dazu eine Erklärung, die der gängigen Erzählung widerspricht – es ist nicht nur die KI.

Fünf Prozent mehr Geld im Groß- und Außenhandel, eine laufende Tarifrunde für 5,2 Millionen Beschäftigte und die Frage, wann die Gehaltsangabe in Stellenanzeigen endlich Pflicht wird.

Im Bewerbungsteil geht es um Ghosting – viele Bewerber erhalten vom angeschriebenen Unternehmen überhaupt keine Antwort – und darum, warum mehr KI im Anschreiben genau das Gegenteil bewirken.

Zum Schluss räumen wir mit zwei hartnäckigen Karriere-Mythen auf: dem vom lebenslangen Arbeitgeber und dem von der arbeitsunwilligen Generation Z.

Alle Quellen auf einen Blick

  1. Erwerbstätigkeit im 2. Quartal 2026 saisonbereinigt gesunken – Destatis, 18.08.2026
  2. Stellenabbau in der Automobilindustrie – Destatis, 14.08.2026
  3. Gestiegene Kreditkosten belasten die Beschäftigungsentwicklung – IAB-Forum, 17.08.2026
  4. Abschluss im Groß- und Außenhandel im Norden – ver.di, 11.08.2026
  5. Tarifrunde Handel 2026: Mindestens 14,90 Euro im Einzelhandel – ver.di
  6. EU-Richtlinie für mehr Lohngleichheit: Umsetzung verschoben – Haufe
  7. Ghosting im Bewerbungsprozess: Zahlen und Einordnung
  8. Bewerbungs- und Karriere-Report DACH 2026: KI in der Bewerbung
  9. Stabilität und Veränderungen in Erwerbsverläufen – IAB, 11.08.2026
  10. 10,0 Prozent der 20- bis 24-Jährigen nicht in Ausbildung oder Beschäftigung – Destatis, 17.08.2026
  11. Generation Z so häufig im Arbeitsmarkt wie junge Leute seit Jahrzehnten nicht – IAB-Forum, 10.08.2026

Transkript anzeigen

00:00:09: Hallo und herzlich willkommen zu einer neuen Ausgabe des Karrieremagazin Podcasts hier auf stellenmarkt.de und zu den aktuellen Karrierenews der Woche.

00:00:21: Ja, es tut sich einiges aktuell auf dem deutschen Arbeitsmarkt und in der deutschen Wirtschaft und das zeigt sich nicht zuletzt am Rückgang der Jobs in bestimmten Branchen.

00:00:34: Und dazu passt die Meldung dass die Erwerbstätigkeit im Deutschland im zweiten Quartal, zwanzig sechsundzwanzig gesuchen ist und erstmals auch bei Dienstleistungen.

00:00:44: Das geht aus Zahlen des Statistischen Bundesamts hervor vom achtzehnten August.

00:00:50: Demnach waren im zweiten Quartal, in Deutschlands Erwerbstätig.

00:00:57: Nach vorläufigen Berechnungen sankt die Zahl gegenüber dem Vorquartal.

00:01:01: Saison bereitet um dreifünfzigtausend Personen.

00:01:04: Im Jahresvergleich fällt das Minus noch deutlicher aus, gegenüber dem zweiten Quartal.

00:01:08: Zweitausendfünfundzwanzig waren zweihundert zwölftausend Menschen oder nullkomma fünf Prozent weniger Erwerbstätik.

00:01:15: und erstmals seit Corona verzeichnete auch der Dienstleistungssektor einen spürbaren Rückgang.

00:01:20: während öffentliche Dienstleistungen Bildung und Gesundheit weiter Beschäftigung aufbauen verlieren vor allem die Industrie sowie mehrere privatwirtschaftliche Bereiche.

00:01:30: Was schließen wir da raus?

00:01:31: Der Arbeitsmarkt verliert inzwischen an Breite, aber bestimmte Felder wachsen weiter.

00:01:38: Wer über einen Wechsel nachdenkt oder wer zum Beispiel das Gefühl hat, dass sein Job bedroht ist sollte die Branchen Richtung stärker gewichten als bisher und wer sicherheitsorientiert ist der sollte sich mal in den Bereichen Gesundheit Bildung oder öffentlicher Dienst umschauen.

00:01:56: Ich empfehle übrigens auch in diesem Zusammenhang unseren aktuellen Ratgeber.

00:02:00: er ist gerade neu raus gekommen zum Thema Quereinstieg Verschiedene Tipps, worauf ihr achten müsst.

00:02:08: Welches die ersten Wahnsignale sind wenn euer Job bedroht sein könnte und auch hilfreiche Links an dir euch wenden könnt zum Beispiel Wenn es darum geht eine Förderung oder eine Weiterbildung zu bekommen.

00:02:21: Ja bleiben wir noch ein bisschen beim Thema Stellenabbau Und da müssen wir mal genau auf die Automobilindustrie schauen.

00:02:28: Nämlich genau um zwei vierzig tausend dreihundert ist die Zahl der Beschäftigten gesunken.

00:02:36: Im Ende oder zum Erden Ende des ersten Halbjahres zweitausend sechsundzwanzig und das ist also eine enorme Menge im Vergleich zu vorher, die da an Jobs verloren gegangen ist.

00:02:47: auch diese Zahlen stammen vom Statistischen Bundesamt.

00:02:51: und ja gerade für diejenigen Die in der Automobilindustrie beschäftigt sind und die auch in Bereichen arbeiten, die von Strukturwandel und der Verschiebung der Nachfrage zu anderen Fahrzeugtypen betroffen sind.

00:03:11: Für die lohnt sich natürlich jetzt schon über Alternativen nachzudenken.

00:03:16: dabei geht es nicht nur darum den Job zu wechseln bzw.

00:03:21: den Arbeitgeber zu wechseln, denn es bieten sich ja auch oftmals im Unternehmen attraktive und auch zukunftsfähige Alternativen.

00:03:29: Auch dazu empfehle ich wieder unseren Ratgeber zum Jobwechsel.

00:03:36: Die Ursache liegt für diese Probleme.

00:03:41: Darüber wird auch häufig diskutiert, oftmals wird ja auch KI genannt für den Wandel aber nach aktuellen Auswertungen des Instituts für Arbeitsmarkt und Berufsforschung ist ein Grund auch der wachsende Zinslast im verarbeitenden Gewerbe durch Kreditkosten.

00:04:05: Das heißt also, es muss für Kredite immer mehr Geld nicht nur für die Zündung sondern eben auch für den Schuldendienst, für die Zenzen aufgebracht werden und die Zenze sind ja im Vergleich zu noch vor ein paar Jahren deutlich höher.

00:04:22: das belastet natürlich auch zunehmend die Unternehmen die Schwierigkeiten bekommen liquide zu bleiben.

00:04:31: Kommen wir zu unserem Blockgehalt und da gab es interessante Tarifabschlüsse.

00:04:35: Und zwar im großen Außenhandel insgesamt fünf Prozent in zwei Stufen gibt es da mehr, und zwar für knapp siebzig tausend Beschäftigte In Mecklenburg-Vorpommern und Schleswig-Holstein.

00:04:48: oder ein Abschluss erzielt den die Tarifkommission einstimmig angenommen haben und die Löhne und Gehälter steigen ab oder zum ersten August im Monat ab August und weitere dreißig Euro.

00:05:14: zum August, und das alles bei einer Laufzeit von vierundzwanzig Monaten.

00:05:19: zusätzlich wurde ein tariflicher Mindestlohn von vierzehn Euro zwanzig für zwei tausend sechsundzwannzig.

00:05:24: Und über einen Zwischenschritt von vierzen Euro achtzig dann auf vierzehneuhrund neunzig für zweitausend siebenundzwanzig festgeschrieben.

00:05:33: Im Parallel wurde am elften August in Hamburg für etwa sechzigtausende Beschäftigte eine Inhaltsgleicheeinigung erzielt.

00:05:44: Spannend ist auch, was sich im Bereich Handel tut.

00:05:47: für fünf Komma zwei Millionen Beschäftigte im Einzel- sowie im großen Außenhandel gerade über eine neue Tarifrunde verhandelt, verteilt auf sechzehn Tarifgebiete.

00:05:59: Im Einzelhandel und zwanzig Tarif Gebiete im Großen Außen Handel.

00:06:03: Und angestrebt wird eine Erhöhung der Realeinkommen über die gesamte Laufzeit also ein Abschluss deutlich oberhalb der Inflationsrate.

00:06:11: in den bereits abgeschlossenen Tarifrunden des Großen außen Handels stiegen, die entgelten in zwei Stufen um insgesamt fünf Prozent.

00:06:18: Die Ausbildungsvergütungen stiegen sogar noch stärker.

00:06:22: Die Untergrenze von € und Neunzig liegt schon oberhalb des gesetzlichen Mindestlohns, der zum ersten Januar zwei tausend siebenundzwanzig auch vierzehn Euro sechzig ansteigt.

00:06:32: Und das zeigt dass Tarifbindung auch ein relevantes Kriterium ist wenn es darum geht zwischen verschiedenen Arbeitgebern zu entscheiden.

00:06:43: Das Thema Endgeldtransparenz wird Beschäftigt uns auch und darüber hatten wir auch schon zuletzt im Karrieremagazin einen Beitrag geschrieben, die Bundesregierung will.

00:06:52: Die EU entgelt Transparenz Richtlinie erst Anfang zwei tausend siebenundzwanzig in deutsches Recht umsetzen und hat die vorgegebene Frist zum siebten Juni zweitausend sechs zwanzig verstreichen lassen.

00:07:04: Das teilte das Bundesfamilienministerium mit.

00:07:07: und dennoch gelten seit dem achten Juni dieses Jahres neue Anforderungen, insbesondere für öffentliche Arbeitgeber mittelbar über die Rechtsprechung aber auch für private Unternehmen.

00:07:18: Kernpunkte für bewerbende Arbeitgeber sollen künftig das Einstiegsgehalt oder eine Gehaltsspanne bereits in der Stellenausschreibung, oder spätestens vor dem ersten Bewerbungsgespräch nennen und die Abfrage früherer Gehälter, die soll verboten werden.

00:07:32: Wer sich also aktuell bewirbt, der kann schon jetzt aktiv nach der Gehalterspanne fragen und muss nicht auf das Gesetz warten.

00:07:39: Man sollte dabei wissen dass die Frage Perspektivisch unzulässig wird und das ist praktisch der beste Verhandlungshebel, den die Regulierung dann Beschäftigten gibt.

00:07:52: Kommen wir zum Bereich Bewerbung!

00:07:53: Wir geben ja hier auch immer regelmäßig Tipps rund um die Bewerbungen und da sind wir auf Zahlen gestoßen, die nicht besonders erfreulich sind und zwar geht es um Ghosting im Bewerberungsprozess.

00:08:05: Zwei Drittel etwa der Bewerbe bekommen nämlich keine Rückmeldung.

00:08:10: In einer gerade veröffentlichten Apinio-Umfrage gabendereinsechzig, fünf Prozent der Befragten an innerhalb der vergangenen zwölf Monate nach einer Bewerbung mindestens einmal überhaupt keine Rückmeldung von einem Arbeitgeber erhalten zu haben.

00:08:25: Ghosting ist damit kein Ausnahmefall und für Bewerber entsteht ein Informationsproblem denn ohne Rückmeltungen fehlt selbst die grundlegende Information eine Absage und die praktische Empfehlung lautet fehlende Informationen nicht automatisch mit einer negativen Erklärung zu belegen, sondern das auch oftmals einfach dem Prozessablauf beim Arbeitgeber zuzuschreiben.

00:08:53: Unsere Empfehlung an dieser Stelle lautet schlicht wenn ihr nichts hört von eurem zukünftigen oder gewünschten Arbeitgebern dann solltet ihr aktiv nachfassen.

00:09:03: Ihr solltete auch ein eigenes Tracking führen also Aufzeichnungen machen und eure Suche zeitlich begrenzen, statt sie immer nebenbei laufen zu lassen.

00:09:13: Ja KI in der Bewerbung wird ja immer beliebter Und laut einer Studie von Step-Stone nutzten, der beschäftigten KI bei der Berufssuche und bei der Bewerbung, während der befragten Recruiter einen Gehende Bewerbungen als höchstens mittelmäßig bewerten.

00:09:34: Das heißt wir haben hier eine klare Diskrepanz also immer mehr KI Einsatz aber die Qualität die leidet anscheinend und das zeigt auch wo ihr, wenn ihr euch bewerben wollt euch absetzen könnt von euren Mitbewerbern.

00:09:49: Denn KI ist auch nur so gut wie die Art, wie sie genutzt wird.

00:09:54: Und wenn ihr KI für eure Bewerbung einsetzen wollt dann solltet ihr dabei nicht die Grundregeln guter Bewerbungen vergessen.

00:10:03: und ja an dieser Stelle empfehle ich euch nochmal in unseren Ratgeber reinzuschauen, wie ihr KI bei der Bewerzung und beim Erstellen von eurem Lebenslauf einsetzen könnt!

00:10:15: Kommen wir zu unserem Blog Karriere.

00:10:17: und da bin ich auf eine interessante Studie des Instituts für Arbeitsmarkt- und Berufsforschung, IAB gestoßen.

00:10:25: Und die Studie ergibt das nur vierzig Prozent der fünfundreißig bis neunvierzigjährigen über die Erwerbsphase hinweg bei einem einzigen Arbeitgeber bleiben.

00:10:35: Und gleichzeitig zeigt die Studier dass lange Betriebszugehörigkeit auch heute noch einen festen Platz in deutschen Erwerbstbiografien hat.

00:10:43: wer bleibt gilt schnell als unbeweglich wechselt als ambitioniert und beide Zuschreibungen, die greifen laut IAB zu kurz.

00:10:52: Also die Frage ist was ist richtig?

00:10:55: Häufiger wechseln oder länger bleiben?

00:10:58: für die konkrete Karriereplanung heißt das ein längerer Verbleib beim selben Arbeitgeber muss kein Markl im Lebenslauf sein den man erklären müsste.

00:11:06: und ein Wechsel alle paar Jahre ist auch kein Beleg für Sprunghaftigkeit.

00:11:11: entscheidend ist vielmehr Erzählbare Geschichte hinter den Stationen und nicht deren Anzahl.

00:11:19: Zehn Prozent der zwanzig bis vierundzwanzigjährigen sind weder in Ausbildung noch in Beschäftigung, diese Meldung ist auch in dieser Woche rumgegangen, auch wieder vom Statistischen Bundesamt.

00:11:30: Der Anteil junger Menschen die nicht in Ausbildungen oder Beschäftigungen sind, ist in den vergangenen Jahren gestiegen.

00:11:35: In Deutschland lag er unter den Zwanzig- bis Vierundzwzigjährigen im Jahr genau zehn Prozent damit unter dem EU-Schnitt.

00:11:45: Und die sogenannte Niedquote, also NEET ist ein Frühindikator für verfestigte Ausschlusslagen und wer in dieser frühen Lebensphase den Anschluss verliert holt ihn im Schnitt nur schwer wieder auf.

00:12:01: der vergleichswert Unter EU-Durchschnitt ist die gute Nachricht für Deutschland.

00:12:05: Der Anstieg dagegen ist dann doch eher besorgniserregend, für die Folge lässt sich das gut mit der schwächelnden Wirtschaft und dem entsprechend weniger gut ausgeprägten Ausbildungsmarkt verbinden.

00:12:20: Nachvermittlung über die Agentur für Arbeit, Einstiegskwalifizierung und auch außerbetriebliche Ausbildung können hier Möglichkeiten sein.

00:12:28: Gerade für Eltern von Kindern, die noch die Orientierung oder einen Berufseinstieg suchen sei hier der Hinweis noch angebracht dass es verschiedene kostenlose Beratungsmöglichkeiten gibt unter anderem auch bei der Bundesagentur für Arbeit und auch bei anderen Einrichtungen.

00:12:50: Ja, und zum Schluss noch eine Meldung zur Generation Z. Laut einer Auswertung im IAB-Forum ist die Erwerbsbeteiligung junger Menschen seit Jahrzehnteinzehn deutlich gestiegen Und das steht ja ganz im Widerspruch zu dem was gängige Klischees über diese Generation oftmals vermuten lassen.

00:13:09: Das ist auch ein bisschen ein Widerspruch zu der Meldungen davor, dass nämlich die Erzählung von Arbeitsunwilligen jungen Menschen diesen Daten nicht standhält.

00:13:19: häufiger im Arbeitsmarkt aktiv als lange Zeit zuvor.

00:13:23: Für Berufseinsteiger ist das ein gutes Argument auch in Bewerbungsgesprächen, in den Generationenklischees mit Schwingen.

00:13:31: für Führungskräfte und Recruitingpersonal ist es auch ein wichtiges Signal dass die wahrgenommene Wechselbereitschaft eher mit den Arbeitsbedingungen und Entwicklungsperspektiven zusammenhängt und weniger mit dem Berufsjahr.

00:13:47: Ja, das wäre es gewesen mit den Meldungen hier im Karrieremagazin Podcast auf stellenmarkt.de für diese Woche und wir melden uns dann in der nächsten Woche wieder mit einer neuen Ausgabe.

00:13:58: und ja ich würde mich sehr freuen wenn ihr das nächste Mal auch wieder dabei seid und bis dahin wünsche ich euch eine gute Zeit.

00:14:05: schaut auch gerne regelmäßig auf stellenmarkt.de vorbei oder auch im karriere magazine aufstellen markt.De.

00:14:11: Eine gute zeit für euch und bis zum nächsten mal tschüss euer Christian.

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