Nur in wenigen Stellenanzeigen werden KI-Skills gefordert. Warum ist das so?

Shownotes

Suchen Unternehmen wirklich händeringend nach echten Prompt-Experten für ChatGPT? Die Antwort wird euch überraschen, denn bekannte KI-Tools spielen bei den Anforderungen von Personalern oft nur eine Nebenrolle. Wir zeigen, welche Art von KI-Skills stattdessen ganz oben auf den Wunschzetteln der Arbeitgeber stehen und warum eher analytische, unscheinbare Tools aktuell die Ranglisten anführen.

Außerdem nehmen wir die verschiedenen Wirtschaftszweige unter die Lupe: Erfahrt, in welchen Branchen Bewerber mit KI-Know-how heute schon punkten können und wo die große KI-Revolution bei den Ausschreibungen noch komplett auf sich warten lässt.

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00:00:08: Willkommen zu einer neuen Ausgabe des Karrieremagazin-Podcasts auf stellenmarkt.de.

00:00:14: Stell dir mal vor, du sitzt im Schreibtisch und aktualisiert deinen Lebenslauf Und überlegst so hin und her ob du jetzt sowas wie Chat GPT Experte oder Prompt Engineer ganz fett oben auf die erste Seite klatschen sollst.

00:00:30: Ja absolut verständlich Oder?

00:00:33: Ich meine, schließlich bekommt man ja – wenn man durch LinkedIn scrollt oder die Nachrichten liest – total das Gefühl, dass man ohne diese Begriffe sofort aussortiert wird.

00:00:41: Richtig!

00:00:41: Irgendwie scheint heute jeder was mit generativer KI zu machen... Aber ähm ... Was müssen wir jetzt sagen?

00:00:48: Dass dieser Satz für über ACHDUN neunzig Prozent der Arbeitgeber da draußen aktuell völlig wertlos

00:00:54: ist?!

00:00:55: Wow!

00:00:55: Ja!

00:00:56: dass sie nämlich gar nicht nach Leuten suchen, die den ganzen Tag mit einem Chatbot reden.

00:01:00: Und genau das ist halt der Punkt!

00:01:01: Also dieser krasse Kontrast zwischen der öffentlichen Wahrnehmung also diesem gigantischen medialen Hype um künstliche Intelligenz und der harten Realität in den Personalabteilungen – der ist massiv.

00:01:14: Wir lesen ja täglich von neuen Sprachmodellen, die angeblich ganze Berufsfelder auslöschen oder komplett revolutionieren.

00:01:20: Ja jeden Tag eine neue Sau, die durchs Dorf getrieben wird.

00:01:23: Exakt.

00:01:24: Doch wenn man sich dann mal ansieht, wofür Unternehmen im echten Leben tatsächlich gehälter zahlen, dann zeichnet sich ein komplett anderes Bild ab.

00:01:31: Und um dieses Bild mal kristallklar zu zeichnen haben wir uns für diesen Deepdive eben nicht auf irgendwelche abstrakten Umfragen oder Stimmungstests von Unternehmensberatungen verlassen?

00:01:42: Naja die sind ja oft auch sehr theoretisch!

00:01:44: Genau... Wir haben direkt an der Quelle angesetzt.

00:01:47: Wir haben über ... genauer gesagt, über... und die Leitfrage an dich lautet heute.

00:02:05: Ja, und bei diesen gut-vomundzwanzigtausend Stellen Anzeigen handelt es sich halt um einen extrem belastbaren Querschnitt der deutschen Wirtschaft.

00:02:13: Absolut!

00:02:13: Wir haben dann Algorithmus drüber laufen lassen... ...der nicht einfach nur nach dem Plumpenkürzel KI gesucht hat.

00:02:19: Das wäre ja auch zu einfach gewesen?

00:02:20: Genau

00:02:21: wir haben nach ganz spezifischen Tools gesucht also von Mid Journey über ChatGPT bis hin zur GitHub Co-Pilot.

00:02:27: Wir haben auch nach Konzepten gesucht, also Machine Learning Data Science Neuronale Netze Prompt Engineering.

00:02:34: Wir wollten einfach wissen, ob das wirklich in den Anforderungsprofilen steht.

00:02:38: Ähm... Bevor wir jetzt gleich die nackten Zahlen auf dem Tisch legen, lass uns kurz mal über dieses Phänomen des Hypes an sich sprechen!

00:02:46: Okay, gerne.

00:02:47: Weil wenn ich mir diesen Wahnsinn um KI gerade ansehe, drängt es mich irgendwie unweigerlich dieser Vergleich zum Metaverse auf.

00:02:54: Erinnerst du dich von ein paar Jahren?

00:02:56: Oh ja, das war extrem.

00:02:57: Mark Zuckerberg benennt seinen Konzern um.

00:03:00: alle kaufen sich irgendwelche virtuellen Grundstücke

00:03:02: Ja für Millionen teilweise Genau.

00:03:04: Und jeder CEO fasselt in seinen Keynotes von der virtuellen Realität, aber am Ende des Tages gab es auf dem echten Arbeitsmarkt quasi Null Jobs für das Metaverse.

00:03:14: Das stimmt!

00:03:15: Es war so ein bisschen eine Lösung auf der Suche nach einem Problem.

00:03:19: Sind wir bei KI gerade an genau demselben Punkt?

00:03:23: Also der Vergleich dringt sich auf jeden Fall auf besonders bei den bloßen Zahlen die wir gleich besprechen.

00:03:27: Aber mechanisch betrachtet hinkt der Vergleich ein bisschen

00:03:31: Okay warum?

00:03:33: Naja, das Metaverse ist ja letztlich gescheitert weil es für den normalen Büroarbeiter oder sagen wir mal ein Logistiker schlicht keinen praktischen Nutzen hatte.

00:03:41: Ja wer will schon mit einer klobigen Brille Excel-Tabellen in drei D anschauen?

00:03:45: Exakt!

00:03:46: Das macht keinen Sinn.

00:03:47: KI hingegen die löst ja genau in diesem Moment reale handfeste Probleme.

00:03:52: Sie automatisiert Code sie übersetzt in Echtzeit sie strukturiert riesige Datenmengen.

00:03:57: der nutzen ist also definitiv da

00:04:00: Stimmt.

00:04:00: Die Frage ist eigentlich nur, ob KI-Nutzung an sich überhaupt ein eigener Beruf ist oder ein separater Skill den man extra in eine Stellenanzeige reinschreibt.

00:04:09: Ah ok!

00:04:10: Dann lass uns doch den Schleier mal lüften.

00:04:12: Ja

00:04:12: hau raus.

00:04:13: Von diesen twentyfünfundzwanzigtausendvierundsiebzig analysierten Anzeigen auf stellenmarkt.de Wie viele fordern spezifische KI-Tools?

00:04:20: Oder methodische KI Kenntnisse explizit von den Bewerbern?

00:04:23: Es sind exakt dreihundertsechsund vierzig Anzeichen.

00:04:27: Krass Das sind genau, eins Komma drei acht Prozent.

00:04:33: Warte Eins Komma Drei Acht Prozent das heißt ja im Umkehrschluss in fast Neunundneinzig von Hundert Jobs die heute da draußen ausgeschrieben werden spielt KI im Anforderungsprofil nicht Die geringste Rolle.

00:04:45: Zumindest taucht sie als explizites Filterkriterium für die Einstellung überhaupt Nicht auf.

00:04:50: der

00:04:50: Wahnsinn

00:04:51: Der Hype ist In Den HR Abteilungen in der Breite der Wirtschaft einfach noch nicht in Form Von Strukturierten Stellen Profilen angekommen.

00:04:58: Da hake ich direkt mal ein, ist das jetzt ein HR-Problem oder einen Technologiefengenemen?

00:05:04: Wie meinst du das?

00:05:05: Naja Personalabteilungen sind ja berüchtig dafür dass sie Monate brauchen um meinen Stellenprofil anzupassen.

00:05:12: Das

00:05:12: ist wohl wahr!

00:05:13: Da wird doch oft einfach die Ausschreibung für den Projektmanager aus dem Jahr twenty-einenundzwanzig rauskopiert und neu veröffentlicht.

00:05:20: Sind die Unternehmen da einfach zu langsam?

00:05:23: Oder – und den Aspekt finde ich wesentlich spannender Setzen die den Umgang mit KI-Tools mittlerweile vielleicht einfach voraus?

00:05:30: Ah, ich verstehe worauf du hinaus willst.

00:05:32: Weil wenn ich heute jemanden für das Marketing suche schreibe ich ja auch nicht mehr rein dass die Person das Internet bedienen können muss

00:05:39: oder einen sicheren umgang mit einer computer maus hat.

00:05:42: Genau!

00:05:43: Das ist implizit.

00:05:44: Ist KI vielleicht schon dieses neue internet?

00:05:47: Das ist wirklich der entscheidende konflikt.

00:05:49: Es ist eine Mischung.

00:05:50: Ja, Der HR Apparat ist langsam.

00:05:53: Ein Tool, das vor acht Monaten auf den Markt kam findet nicht sofort seinen Weg in so eine standardisierte Tarifstellenbeschreibung.

00:06:00: Logisch!

00:06:01: Aber diese Aspekte Implicitheit der ist viel wichtiger.

00:06:04: Wenn wir uns nämlich ansehen was die Unternehmen in diesen einen Prozent der Anzeigen tatsächlich fordern merken wir schnell dass es gar nicht um das bloße Bedienen einer Oberfläche geht.

00:06:15: Okay

00:06:15: worum geht es dann?

00:06:16: Sie suchen niemanden der einfach nur weiß wobei ChatGPT das Sendenbutton ist

00:06:21: Und das bringt uns ja auch direkt zu den Top-Begriffen unserer stellenmarkt.de.

00:06:26: Ergebnisse, wenn nämlich nicht nach Chat GPT gesucht wird – wo nach dann?

00:06:32: Und das war für mich echt die größte Überraschung der ganzen Analyse!

00:06:37: Auf Platz eins der am häufigsten geforderten Tools liegt Power BI mit knapp zero Komma vier vier Prozent aller Nennungen Und danach dominieren bei den generativen KI-Lösungen die Co-Pilot-Systeme von Microsoft und GitHub.

00:06:53: Tools wie Deep L oder ChatGPT landen echt weit abgeschlagen auf den hinteren Plätzen.

00:06:58: Lass uns dieses Power BI direkt mal entmüsstifizieren, warum steht das ganz oben?

00:07:02: Ja weil ich mich genau das auch gefragt habe.

00:07:05: also Power BI ist doch im Kern ein Dashboard-Tool von Microsoft Richtig!

00:07:10: Unternehmen nutzen das, um so langweilige gigantische Excel-Tabellen in schöne interaktive Diagramme zu verwandeln.

00:07:17: Damit dass Management die Verkaufszahlen versteht?

00:07:20: Eben!

00:07:21: Das ist Datenvisualisierung.

00:07:23: Das ist doch keine künstliche Intelligenz im Sinne eines Chatbots der mir jetzt irgendwie ein Gedicht schreibt.

00:07:27: Nee es schreibt keine Gedichte.

00:07:29: aber unter der Haube von Power BI da laufen mittlerweile massive Machine Learning Prozesse ab.

00:07:35: Ah okay...

00:07:36: Das Tool hat sich in den letzten Jahren extrem gewandelt.

00:07:39: Ein Analyst klickt heute nicht mehr nur ein paar Balkendiagramme zusammen,

00:07:43: sondern

00:07:44: Power BI nutzt KI-Modelle im Hintergrund um beispielsweise automatisch Anomalien in Millionen von Transaktionsdaten zu erkennen.

00:07:52: Die KI analysiert den Datensatz und sagt dann zum Beispiel Achtung!

00:07:56: In Lieferkette B gibt es einen ungewöhnlichen Einbruch der mit Wetterdaten aus Region C korreliert.

00:08:02: Das ist natürlich mächtig.

00:08:04: Total Microsoft integrierte auch diese Co-Pilotfunktionen, bei denen der Analyst einfach in natürlicher Sprache fragt.

00:08:11: Sag mal, warum ist der Umsatz im dritten Quartal eigentlich gesunken?

00:08:15: Und die KE gibt dann die Antwort?

00:08:17: Genau!

00:08:17: Die KI generiert aus den RO-Daten – die Antwort samt visuellem Beweis.

00:08:22: Okay,

00:08:22: verstehe….

00:08:24: Es bedeutet also das Unternehmen sucht eigentlich gar keinen

00:08:28: KI-Experten?!

00:08:29: Nee...

00:08:29: Das Unternehmen sucht einen Datenanalysten, der das Geschäftsproblem versteht und Power BI ist schlicht das Vehikel, dass jetzt halt zufällig KI gestützt ist.

00:08:41: Ganz genau so ist es!

00:08:42: Und das exakt gleiche Muster sehen wir auch bei GitHub Copilot – das ja ebenfalls sehr weit oben auf unserer Liste steht.

00:08:49: Github Copilot ist ein Tool für Software-Entwickler.

00:08:51: Es funktioniert im Grund wie eine extrem schlaue Autovervollständigung für Programmiercode.

00:08:57: Wenn der Entwickler anfängt, eine Funktion zu schreiben um beispielsweise ein Passwort zu verschlüsseln dann erkennt die KI sofort die Absicht und schlägt den restlichen perfekten Codeblock vor.

00:09:07: Das ändert ja die Art und Weise wie gearbeitet wird schon fundamental oder?

00:09:12: Absolut!

00:09:12: Der Programmierer muss sich nicht mehr jede einzelne Sündtagsregel merken oder ewig auf Stackoverflow nach Schnipseln suchen.

00:09:20: Er wird dann ja eher zu einem Architekten, der den von der KI-generierten Code eigentlich nur noch überprüft bewertet und in das große Ganze einbaut.

00:09:31: Und genau deshalb sehen wir eben auch Begriffe wie Data Science, Machine Learning und ganz allgemein AI so weit oben in den Anforderungen währendso spezifische Produktnahmen wie Mid Journey fast komplett fehlen.

00:09:43: Die Unternehmen wollen halt Problemlöser.

00:09:46: Sie wollen methodische Kompetenz.

00:09:48: Lass uns das mal für den Zuhörer greifbar machen.

00:09:50: Das ist im Grunde so, als würde ein Speditionsunternehmen jemanden suchen der das physikalische Prinzip eines Verbrennungsmotors versteht und weiß wie man globale Logistikrouten effizient plant.

00:10:03: Schöner Vergleich!

00:10:03: –

00:10:04: Das ist die Methode.

00:10:05: Wenn er Bewerber in seinem Lebenslauf aber nur stehen hat Ich kann fehlerfrei einen twenty-vierundzwanziger VW Golf fahren Dann ist es nutzlos.

00:10:15: Total nutz los.

00:10:16: Der Golf ist in diesem Fall quasi ChatGPT, ein spezifisches Werkzeug das in ein paar Jahren durch ein komplett anderes Modell ersetzt wird.

00:10:26: Wer die zugrunde liegende Datenlogik versteht der kann auch das Tool von morgen bedienen.

00:10:31: Richtig!

00:10:31: Aber wer nur die Benutzeroberfläche von ChatGPP auswendig gelernt hat dessen Fähigkeiten sind extrem fragil oder?

00:10:38: Ja und diese Fragilität ist echt das größte Risiko für Bewerber die sich jetzt als reine Prompt-Spezialisten verkaufen.

00:10:45: Die Oberflächen werden ja immer intuitiver.

00:10:48: In naher Zukunft wird man Maschinen nicht mehr mit hochkomplexen, auswendig gelernten Promts steuern müssen.

00:10:53: Die

00:10:53: verstehen uns jetzt schon immer besser?

00:10:55: Genau!

00:10:56: Die Maschine wird uns auch bei ganz unpräzisen Fragen verstehen.

00:11:00: Was bleibt es?

00:11:00: eben die Notwendigkeit das fachliche Ergebnis am Ende beurteilen zu können?

00:11:06: Ja...

00:11:06: Unternehmen suchen Leute, die nicht in Panik geraten wenn sich die Software-Oberfläche ändert sondern die verstehen was die Software im Kern eigentlich für sie erledigen soll.

00:11:16: Wir haben aus unseren Stellmarkt-DE Daten mal eine Heatmap gebaut und ich sage dir die Branchenklucht ist gewaltig!

00:11:22: Die IT-Branche ist dann natürlich der absolute Treiber.

00:11:25: klar fast dreißig Prozent aller Stellenanzeigen im Bereich IT und Software haben einen expliziten KI Bezug.

00:11:33: das ist auch logisch.

00:11:35: Diese Leute müssen die KI-Modelle, die Serverinfrastrukturen und die Software ja schließlich bauen und warten.

00:11:42: Aber viel spannender wird es auf den Plätzen danach!

00:11:45: Bildung und Forschung landet damit mit sechs Komma sieben Prozent auf Platz zwei Und Finanzen und Versicherung mit fünf Komma drei Prozent auf platz Drei.

00:11:54: Es macht doch total Sinn.

00:11:55: Bildung & Forschung ist nun mal der akademische Motor.

00:11:58: Wenn in der Klimaforschung gigantische Datensätze zu Meeresströmungen analysiert werden müssen, dann braucht man halt Data Scientists die eigene Maschinenlearning-Modelle trainieren.

00:12:07: Ja das leuchtet ein.

00:12:08: und bei Finanzen?

00:12:09: In der Finanz- und Versicherungsbranche?

00:12:11: da geht es um Vorhersagemodelle.

00:12:14: Wie nutzen Banken denn KI?

00:12:16: Sie bewerten Kreditrisiken in Millisekunden sie analysieren das Verhalten an der Börse

00:12:20: Stimmt!

00:12:21: Da geht es extrem um Daten.

00:12:23: Wenn eine Kreditkarte im Ausland eingesetzt wird, läuft er ja im Bruchteil einer Sekunde ein KI-gestütztes Mustererkennungsverfahren ab.

00:12:30: Das entscheidet ob diese Transaktion jetzt blockiert wird oder nicht.

00:12:33: Das ist keine KI die einen lustigen Text schreibt?

00:12:36: Überhaupt nicht!

00:12:37: Das ist knallharte Mathematik und Wahrscheinlichkeitsrechnung Und dafür brauchen Banken eben Analysten, die – unterschließt sich der Kreis wieder – Tools wie Power BI beherrschen um diese Datenmassen überhaupt visualisieren zu können.

00:12:49: Ja das ist logisch!

00:12:50: Aber jetzt müssen wir echt auf das absolute Tabellenende schauen.

00:12:54: Oh ja.

00:12:55: Das hat mich beim Sichten unserer Analyse wirklich extrem irritiert.

00:12:59: Wir haben in unserem Datensatz über zwei tausend achthundert offene Stellen in der Branche Gesundheit und Pflege.

00:13:06: Über ein tausend Anzeigen in Logistik und Transport.

00:13:12: Und bei beiden Branchen liegt die Forderung nach KI-Skills, bei glatt null Komma Null Prozent.

00:13:18: Null!

00:13:19: Ja wie ist das möglich?

00:13:21: Ich lese ständig von KI gestützter Medizin.

00:13:25: Algorithmen, die auf MRT Bildern, Tumore viel präziser und früher erkennen als erfahrene Chefärzte.

00:13:32: Richtig.

00:13:34: KI-optimierten Lieferketten, die so Containerschiffe um Stürme herum navigieren und Lagerbestände vollautomatisch auffüllen.

00:13:44: Wie kann es also sein dass in diesen Branchen niemand nach KI Kenntnissen sucht?

00:13:48: Das ist ein toller Punkt!

00:13:50: Das liegt daran das wir hier sehr scharf trennen müssen zwischen der Anwendung einer Technologie und der Entwicklung einer Technologie.

00:13:57: Okay erklär das mal.

00:13:58: Nehmen wir deinen Krankenhaus Beispiel Die KI die das MRT Bild auswertet Die wird ja nicht im Krankenhaus programmiert.

00:14:04: Nee, das machen ja Techfirmen!

00:14:06: Genau Sie wird von Data-Scientists und Softwareentwicklern bei großen Medizintechnikkonzernen gebaut.

00:14:13: Diese Jobs tauchen in unserer Statistik dann natürlich in der IT-Branche auf.

00:14:18: Das Krankenhaus kauft am Ende dieses fertige MRT Gerät inklusive der Software.

00:14:23: Wenn das Krankenhaus nun also eine Stelle ausschreibt suchen sie einen Radiologen

00:14:27: Und der Radiologe muss natürlich nicht wissen, wie die Gewichtung der Knotenpunkte im neuronalen Netz der Bildererkennung programmiert wurde.

00:14:34: Exakt!

00:14:35: Er muss nur wissen,wie er das medizinische Ergebnis interpretiert, dass ihm der Computer davor schlägt und er muss dann dem Patienten eine Diagnose stellen.

00:14:43: oder nehmen wir die Pflegekraft?

00:14:45: In ein paar Jahren läuft die Patientendokumentation vielleicht komplett über so ne KI-Spracherkennung.

00:14:49: Das wäre ne krasse Erleichterung

00:14:51: Total.

00:14:52: Die Pflege Kraft spricht dann einfach in einem Tablet und die KI strukturiert den Text schön in die digitale Krankenakte.

00:15:00: Das erfordert aber doch kein KI-Skill seitens der Pflegekraft.

00:15:05: Stimmt!

00:15:06: Sie stellen Ausschreibung, fokussiert sich weiterhin auf menschliche Empathie, medizinische Fachkenntnis und körperliche Belastbarkeit.

00:15:14: Die KI verschwindet da völlig unsichtbar im Hintergrund des Software.

00:15:17: Wow okay.

00:15:19: Und das gleiche Prinzip greift dann also auch in der Logistik.

00:15:22: Der Speditionskaufmann muss den Algorithmus, der die Route der LKW-Flotte berechnet ja nicht selbst in Python programmieren.

00:15:29: Genau!

00:15:30: Er gibt einfach Start, Ziel und Ladungen ein System ein und das System spuckt die fertige Route aus.

00:15:36: Er nutzt die KI ohne dass er einen speziellen IT Skill dafür benötigt.

00:15:40: Das ist der Kern der ganzen Sache.

00:15:42: KI wandert aktuell massiv in die sogenannte Backend-Infrastruktur ab.

00:15:47: Sie wird einfach zum unsichtbaren Fundament Und das führt uns ja auch direkt zu der Frage, wie sich dieser Anteil von einem Prozent in Zukunft überhaupt entwickeln wird.

00:15:58: Ja, das ist die große Frage!

00:16:01: wird dieser Wert jetzt steigen oder wird KI komplett in den Hintergrund verschwinden, sodass wir diese Fähigkeiten bald gar nicht mehr an Stellenanzeigen lesen werden?

00:16:09: Ich

00:16:09: glaube, wir werden da eine klare Zweiteilung erleben.

00:16:11: Okay!

00:16:12: Auf der einen Seite hast du die Spezialisten in der IT die tiefgreifende mathematische und programmiertechnische KI-Kentnisse brauchen um diese Systeme überhaupt zu bauen.

00:16:22: Dort wird der Anteil hochbleiben oder sogar noch weiter steigen.

00:16:25: Ja das macht Sinn.

00:16:27: Und die andere Seite auf

00:16:28: der anderen Seite und das betrifft eben die große Masse der kaufmännischen und administrativen Berufe, wird sich das Anforderungsprofil eher durch die Integration von KI in alltägliche Bürosoftware verändern.

00:16:40: Wir haben ja vorhin über Microsoft Co-Pilot gesprochen.

00:16:44: Wenn dieser KI Assistent demnächst standardmäßig in jedem Word, jedem Excel und jedem Outlook tief integriert ist dann wird sich die Arbeitsweise dramatisch verändern.

00:16:57: Du sprichst da quasi von der Automatisierung des Büroalltags?

00:17:01: Genau.

00:17:02: Wenn mein Chef zu mir sagt, fass mir mal bitte die vierzig E-Mails aus dem Projektverlauf der letzten zwei Wochen zusammen und mach daraus direkt eine Agenda für das Meeting morgen... Ja?

00:17:11: ...dann setze ich mich ja nicht mehr zwei Stunden hin und lese es alles manuell durch.

00:17:15: Ich

00:17:15: drücke in Outlook einfach auf den Co-Pilot-Button überprüfe das Ergebnis dann noch kurz auf Inhaltliche Fehler und bin in fünf Minuten fertig!

00:17:23: Und exakt das wird die neue Erwartungshaltung der Arbeitgeber sein.

00:17:26: Krass!

00:17:27: Sie werden nicht explizit Prompt Engineering in die Ausschreibung schreiben, aber sie werden einen enormen Effizienzsprung von dir erwarten.

00:17:36: Sie werden erwarten dass diese administrativen Aufgaben in einem Bruchteil der bisherigen Zeit erledigt werden.

00:17:42: Die Anforderungen in der Stellenanzeige lautet dann vielleicht nicht KI-Experte sondern eher sowas wie sicherer und hocheffizienter Umgang mit modernen Office-Anwendungen zur Prozessoptimierung

00:17:54: Was uns ja perfekt dazu bringt, das Ganze einmal für dich den Zuhörer wirklich zusammenzufassen.

00:17:59: Ja lass uns das mal rund machen!

00:18:01: Was ist also die praktische Konsequenz für deinen eigenen Lebenslauf?

00:18:05: Das ist die wichtigste Frage.

00:18:07: Die

00:18:07: wichtigste Erkenntnis für mich ist Lass sich von diesem Hype aus Social Media bloß nicht verunsichern.

00:18:13: Du hast nicht den Anschluss an die moderne Arbeitswelt verpasst Nur weil du jetzt nicht jeden Tag drei neue Beta-Versionen von irgendwelchen Bildgeneratoren testest.

00:18:21: Absolut richtig

00:18:22: Unsere harten Daten beweisen es ja.

00:18:25: Aktuell fordert nur gut eine von Hundert Stellen überhaupt explizite KI-Kentnisse und wenn sie gefordert werden, dann meist eben in hochspezialisierten IT oder Datenberufen.

00:18:38: Der Schlüssel für Bewerber liegt wirklich darin den Fokus weg von diesem spezifischen Tool zu lenken.

00:18:44: Es geht nicht um das was also welches konkrete Programm du gerade bedienen kannst sondern um dass wie Wie löst Du ein Problem?

00:18:52: Wie gehst du systematisch mit Daten um?

00:18:54: Genau.

00:18:55: Wenn du bei Unternehmen wirklich Punkten willst, dann zeig ihnen das du analytisch denken kannst.

00:19:00: Zeig dass du ihre Prozesse verstehst!

00:19:02: Wenn du im Marketing arbeitest verkauf dich nicht als jemand der einfach schnell Texte mit Chat GPT schreiben kann.

00:19:08: Das kann mittlerweile jeder.

00:19:09: Eben.

00:19:10: Verkauf dich lieber als jemanden der versteht wie man Zielgruppen tiefgreifend analysiert und der moderne Tools nutzt um diese Analysen schneller auszuwerten.

00:19:21: Flexibilität ist Trumpf.

00:19:23: Wer versteht, was ein Tool für ihn erledigen soll?

00:19:26: Dem ist es am Ende doch völlig egal ob die Benutzeroberfläche grün ist, blau ist von Microsoft kommt oder von Google.

00:19:33: Das bringt ja auf dem aktuellen Arbeitsmarkt wesentlich mehr als dichter krampfhaft als der Guru für eine Software zu inszenieren, die in sechs Monaten vielleicht schon wieder komplett veraltet ist.

00:19:43: Ganz genau!

00:19:44: Und wenn wir diese Integration von KI in unseren normalen Berufsalltag jetzt noch einen allerletzten Schritt weiterdenken möchte ich dir zum Schluss einen kleinen provokanten Gedanken mit auf den Weg geben.

00:19:55: Oh, da bin ich jetzt gespannt!

00:19:57: Schill immer vor diese Entwicklung geht genauso weiter.

00:20:00: KI-gestützte Funktionen in Word-, in Excel-, in der Krankenhaussoftware und in der Logistikplanung werden völlig unsichtbare absolut normale Begleiter.

00:20:10: Niemand denkt mehr aktiv darüber nach dass du ein Sprachmodell im Hintergrund rechnet.

00:20:15: Das führt doch zu einer extrem interessanten Perspektive für deine Karriereplanung

00:20:19: Und die wäre?

00:20:20: Wird der Begriff KI-Skills im Lebenslauf in vielleicht fünf Jahren genauso deplatziert und überflüssig wirken, als würdest du heute voller Stolz in deinem Lebenslauf schreiben?

00:20:29: Ich kann fehlerfreie E-Mails verschicken.

00:20:31: Wow!

00:20:32: Ja das ist wirklich ein großartiger Gedankum das Thema jetzt mal sacken zu lassen.

00:20:36: Ja

00:20:36: finde ich auch.

00:20:38: Diese technologische Revolution ist oft genau diejenige, die am Ende völlig lautlos im Hintergrund verschwindet weil sie einfach zur absoluten Normalität wird.

00:20:46: Genau so ist es.

00:20:47: Wir danken dir fürs Zuhören und fürs Eintauchen in unsere Daten.

00:20:51: Bis zum nächsten Mal im Karrieremagazin-Podcast hier auf stellenmarkt.de.

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